Milchmarkt Europa

20.10.2017

© Sabine Rübensaat

Kein Anlass für Euphorie: Das Milchpreishoch kann schnell nachlassen.

Hannover. Die deutschen Milcherzeuger dürfen sich derzeit über gestiegene Rohmilchpreise freuen; sie sollten aber die Zeichen des Marktes genau beobachten. Dazu hat der Vizepräsident des Landvolks Niedersachsen, Albert Schulte to Brinke, geraten. Er wies darauf hin, dass der Aufwärtstrend bei den Preisen einiger Molkereiprodukte zum Stillstand gekommen sei und die Anlieferungen über dem Vorjahresniveau lägen. „Unsere Milchviehhalter müssen diese Entwicklungen sehr genau im Auge behalten und bei ihren Managemententscheidungen berücksichtigen“, betonte Schulte to Brinke. Positiv zu werten seien die Anstrengungen der deutschen Molkereiunternehmen bei den Auszahlungspreisen, so der Vizepräsident. So hätten sich die hiesigen Milchverarbeiter mit ihren gezahlten Milchpreisen im August bei einem Vergleich des niederländischen Bauernverbandes (LTO) meist über dem Durchschnitt anderer EU-Molkereien bewegt. Während im Mittel die Standardmilch mit 36,03 ct/kg vergütet worden sei, habe das Deutsche Milchkontor (DMK) 37,86 ct/kg gezahlt; das sei nach der italienischen Molkerei Granarolo das zweithöchste Niveau der erfassten Milchunternehmen im Berichtsmonat gewesen. Die gestiegenen Preise am Milchmarkt hätten auf dem Milchmarkt aber auch zu Nachfrageverschiebungen geführt. Nach Angaben des Landesbauernverbandes auf Basis von Daten der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) haben beispielsweise die Verbraucher ihre Buttereinkäufe von Januar bis August gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8,8 % eingeschränkt. Deutlich zugenommen habe aber gleichzeitig die Nachfrage nach Biobutter und Streichmischfetten, und zwar um 11,1 % bzw. um 30,2 %. Die Ursache dafür sahen die Bonner Marktbeobachter aber nicht nur in einer Reaktion auf das höhere Butterpreisniveau, sondern auch in dem Wunsch nach Convenience. Im Falle der Mischfette schätzten die Verbraucher deren Streichfähigkeit und die Wiederverschließbarkeit der Verpackung.

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