Milchfettkorrektur: Kein Einlenken

26.06.2014

Karikatur © Lothar Schneider

Wär´ doch ´ne gute Gelegenheit mal die Basis kennen zu lernen …

Ob überliefernde Milcherzeuger im letzten Quotenjahr um einen Teil ihrer Superabgabe herumkommen, bleibt weiter offen. Der Agrarrat konnte sich vergangene Woche nicht auf eine Stellungnahme gegenüber der Kommission einigen. EU-Agrarkommissar Dr. Dacian Ciolos¸ weigert sich weiterhin, ohne Rückendeckung durch eine qualifizierte Mehrheit der Mitgliedstaaten eine rechnerische Erhöhung der zulässigen Milchmenge durch Anpassung des Fettkorrekturfaktors in Angriff zu nehmen.

Vor allem Deutschland, Österreich, die Niederlande und Irland setzen sich für die Änderung des Korrekturfaktors ein. Dem steht eine Allianz anderer Staaten gegenüber, die eine solche Anpassung aus unterschiedlichen Gründen ablehnen. Großbritannien und Schweden beispielsweise sind aus grundsätzlichen Überlegungen dagegen, während Frankreich nur dann zustimmen will, falls gleichzeitig weitere Marktinstrumente zur Krisenbekämpfung in Aussicht gestellt werden. Der Bundesregierung ist die Aussicht auf zusätzliche hohe Kosten für Markteingriffe als Preis für Änderungen an der Fettkorrektur nicht geheuer. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt lehnte gegenüber Journalisten insbesondere die automatische Auslösung von Marktinstrumenten ab, beispielsweise falls die neue EU-Beobachtungsstelle für den Milchmarkt Preissenkungen registrieren sollte. Gemeinsam mit seinem österreichischen Amtskollegen Andrä Rupprechter will er erreichen, dass die Diskussion im Juli fortgesetzt wird. Rupprechter: „Für unsere Bäuerinnen und Bauern ist es nicht nachvollziehbar, dass sie knapp vor dem Auslaufen der Quotenregelung noch eine hohe Überschussabgabe zahlen müssen.“ Das Geld könnten sie besser in ihre Betriebe investieren. Deutschland erwartet von einer Anpassung der Fettkorrektur, dass die nationale Quotenmenge von 30,32 Mio. t für 2014/15 um 500 000 t gesteigert werden könnte.

Branchenverbände zeigten sich von der Entwicklung enttäuscht. Der Deutsche Bauernverband (DBV) verlangte die Fortsetzung der Diskussion im Juli. Dem Milchsektor Geldmittel in Höhe von einer Milliarde Euro zu entziehen, sei kontraproduktiv und schwäche die Milchwirtschaft. Ähnlich äußerten sich die EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA) und ländlichen Genossenschaften (COGECA) und plädierte für marktorientierte Lösungen.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr