Milch bleibt schwierig

12.01.2017

© Sabine Rübensaat

"Glauben Sie den Meldungen nicht, die behaupten, dass die Milcherzeugerpreise nun ein kostendeckendes Niveau erreicht hätten!“ Diesen Appell richtete die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Mitteldeutschland (AbL) erneut an ihre Berufskollegen. Zwar bekämen die Milchbauern anstelle der Tiefstpreise von 20 ct/l nunmehr 30 bis 35 ct – aber auch dies läge immer noch weit unter einem kostendeckenden Erlös. Als erstrebenswert nannte die AbL einen Preis deutlich oberhalb von 40 ct/l. „Alle anderen Behauptungen nützen nur den Interessen der Milchindustrie und deren Bestreben, hierzulande möglichst wenig auszuzahlen, um zu den Niedrigpreisen der neuseeländischen oder US-Konkurrenz auf dem ruinösen Weltmarkt mit-
mischen zu können“ – so der Milchbauer und Geschäftsführer der AbL Mitteldeutschland Reiko Wöllert.


Mit Unverständnis reagierte die AbL Mitteldeutschland auf ein Statement des Bauernverbandspräsidenten Karsten Schmal, wonach er mit den vom DMK-Konzern derzeit gezahlten 31 ct/l „eine schwarze Null“ schreibe und dass mehr als 35 ct in absehbarer Zeit nicht erreichbar seien. Diese Behauptungen widersprächen allen Studien, die erst ab einem Milchpreis von 40 ct von einer Kostendeckung ausgingen. „Davon sind wir nach wie vor weit entfernt“, so AbL-Bauer Wöllert. Zur Existenzsicherung und zum Ausgleich der massiven Vorjahresverluste brauche man jetzt rasch viel höhere Erlöse. Dazu müsse der Druck auf die Milchwirtschaft aufrechterhalten werden. Instrumente zur Regulierung der Überschussproduktion müssten genutzt und gesetzlich verankert werden. „Sonst erleben wir ein Dauerdebakel auf dem Milchmarkt“, warnt Wöllert.

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