Lustige TTIP‘s

04.03.2015

© Collage Annika Schäfer

Die Zeit ist reif für einen „Superhighway über den Atlantik“. Das hat EU-Agrarkommissar Phil Hogan gegenüber US-amerikanischen Landwirtschaftsexperten, Wissenschaftlern und Branchenvertretern festgestellt. Von Zollsenkungen auf europäischer Seite könnten US-Landwirte enorm profitieren, erklärte Hogan auf der jährlichen Ausblickskonferenz des US-Landwirtschaftsministeriums in Arlington, Virginia, mit Blick auf die Verhandlungen über die transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP). Aber eine Einigung müsse neben Zöllen auch Standards umfassen.

Die für Landwirtschaft zuständige US-Chefunterhändlerin Darcy Vetter bekräftigte, eine Einigung müsse die Themen Biotechnologie, Tierarzneimittel und Hormone sowie Verarbeitungstechniken betreffen und auf wissenschaftlicher Grundlage erfolgen. Sie  hob die potenzielle Bedeutung Europas für US-Agrarprodukte hervor. Derzeit rangiere der EU-Markt als Exportziel wegen Handelshemmnissen jedoch nur an fünfter Stelle. Der US-Marktanteil in Europa sei sogar gefallen. Mit Blick auf geschützte Herkunftsbezeichnungen betonte die Amerikanerin, bei diesem Thema bestehende Probleme seien nicht unüberwindlich. Gleichzeitig stellte sie fest, dass geschützte EU-Produkte auf dem US-Markt bereits heute sehr erfolgreich seien. Man strebe eine Lösung an, die Produktbezeichnungen, die eindeutig mit einem bestimmten Ort verbunden seien, schütze, gleichzeitig aber einen freien Handel generischer Erzeugnisse gewährleiste.

US-Landwirtschaftsminister Thomas Vilsack nannte die USA als das Land mit dem produktivsten Agrarsektor der Welt. Dies führte er auch auf den Einsatz der Gentechnik zurück. Er bekräftigte den amerikanischen Standpunkt, dass GVO sicher seien. Man habe in jahrelangen Untersuchungen und Kontrollen keinerlei Hinweise auf eine Gesundheitsgefährdung gefunden. Einer Kennzeichnungspflicht für GVO-Inhaltsstoffe steht der Minister deshalb kritisch gegenüber. Konsumenten hätten zwar durchaus das Recht, sich zu informieren. Mit einer Pflichtkennzeichnung vermittle man jedoch das Gefühl eines Risikos, wo keines sei. Diese Diskussion gehöre nicht ins 21. Jahrhundert.

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