Licht hinterm Schatten?

05.01.2016

© Sabine Rübensaat

Dramatisch sei die Situation vor allem für die Schweinehalter, und die Aussichten für die nächsten Monate seien alles andere als optimistisch. „Die Tendenz geht weiter nach unten“, so der Bauernpräsident. Der Schweinefleischmarkt bleibe ebenso wie der Milchmarkt unter Druck, wobei Vorhersagen über die Jahresmitte 2016 hinaus nicht möglich seien.

 

Kritik an Konzentration


Angesichts der schwierigen Einkommenssituation in der Landwirtschaft sieht Rukwied die Partner in der Wertschöpfungskette in der Pflicht. Derzeit gingen die Folgen schwankender und niedriger Agrarpreise fast ausschließlich zulasten der Landwirte, kritisierte der DBV-Präsident. Der Handel und die Ernährungsindustrie könnten zu Niedrigpreisen einkaufen. Gleichzeitig seien die Margen spürbar gestiegen. Als eine Ursache für die Schieflage innerhalb der Wertschöpfungskette nannte Rukwied die „wettbewerbsschädliche Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel“.


Verärgert zeigte sich Rukwied über „eine kleinteilige Diskussion“ mit dem Lebensmitteleinzelhandel über die Brancheninitiative Tierwohl. Er sei enttäuscht, dass nach wie vor rund 50 Handelsunternehmen außen vor stünden. In den Gesprächen mit dem Handel gehe es derzeit um einen Aufschlag von wenigen Cent auf den bislang abzuführenden Betrag von 4 ct/kg Schweinefleisch, „obwohl eine Verdreifachung nötig wäre“. Nicht nachvollziehbar sei zudem die Forderung des Handels, die Zahl der Optionen zur Umsetzung der höheren Tierwohlansprüche zu reduzieren. DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken kündigte in diesem Zusammenhang an, der Bauernverband werde sich weiterhin mit Nachdruck für eine bessere Finanzausstattung der Brancheninitiative einsetzen. Nach wie vor stehe ein Großteil des Handels zu dem Ansatz. Krüsken: „Die Brancheninitiative ist nicht tot.“

 

Politik mit Augenmaß


Anerkennend äußerte sich Rukwied zu den politischen Maßnahmen zugunsten der landwirtschaftlichen Betriebe. Allerdings könnten das Liquiditätshilfeprogramm und die Erhöhung des Bundeszuschusses zur Landwirtschaftlichen Unfallversicherung (LUV) die Erlöseinbußen lediglich etwas abmildern, jedoch nicht ausgleichen. Der Bauernpräsident mahnte eine „Agrarpolitik mit Augenmaß“ an, die auf Bürokratieabbau setze und wettbewerbsfeindliche Auflagen vermeide. Erneut plädierte Rukwied für eine Risikoausgleichsrücklage als ein Instrument für eine eigenverantwortliche Risikovorsorge.


Wesentlich für eine Verbesserung der Situation sei auch eine Beendigung des von Russland verhängten Importstopps. Das Gebot der Stunde blieben daher politische Initiativen zur Aufhebung des Russlandembargos. Zudem müssten die Bemühungen zur Belebung des Drittlandexports intensiviert werden. „Notwendig ist eine Exportoffensive, um eine Diversifikation wertschöpfungsstarker Absatzkanäle auch in Drittländer zu erreichen“, betonte Rukwied. Er rief die Bundesregierung dazu auf, den deutschen Export „aktiver zu pflegen und zu erschließen“.

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