Landwirtschaftliche Nutztiere in der Tierhalle 25

09.01.2015

© Anne Mennrath, RBB

Die Uckermärker gehören zu den großrahmigen, intensiven Fleischrindrassen. Sie sind gekennzeichnet durch gute Bemuskelung an den fleischtragenden Partien.

In der größten Halle auf dem Berliner Messegelände und zum 80. Geburtstag der Internationalen Grünen Woche (IGW) Berlin werden wieder unterschiedlichste landwirtschaftliche Nutztiere ausgestellt. Konzipiert als offener Stall, können die Besucher Spitzentiere der Pferdezucht, Uckermärker, Sportponys, Ziegen, Schafe, Schweine, Alpakas, Wasserbüffel, Highland Cattle und einen Auerochsen bestaunen sowie spannende Vorführungen und Wettkämpfe in Stadionatmosphäre erleben.

 

Jung & begehrt

Nach vier Jahren Pause präsentiert sich Deutschlands jüngste Fleischrindrasse wieder auf ihrer vierten Bundesschau im Rahmen der IGW. In der Zeit vom 22. bis 24. Januar 2015 haben Züchter die Gelegenheit, mit ihren Tieren ins große Rampenlicht zu treten. Die Uckermärker sind eine echte „Spezialität“ des Ostens. In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern entstanden, befinden sich auch heute noch die größten Bestände in diesen beiden Bundesländern und erfreuen sich großer Beliebtheit. Erfreulicherweise sind seit einigen Jahren auch Zuchtbestände in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Niedersachsen und Hessen zu finden und bereichern die jährlich wachsende Zuchttierpopulation von über 4 000 Tieren (2013).

 

Auch international gewann diese bodenständige und leistungsstarke Rasse Zuspruch, so dass Zuchttiere bis nach Polen und Usbekistan exportiert wurden. Gemeinsam mit der RinderAllianz GmbH organisieren die Mitarbeiter der RBB GmbH im Auftrag der „Interessengemeinschaft Uckermärker“ die überregionale Bundesschau. Aus ca. 50 Tieren werden die Sieger und Reservesieger im Klassement Bullen, Kuh mit Kalb und Färsen von Preisrichter Thorsten Ahlers (Masterrind Verden) ermittelt.

 

Lasst die Pferde los!

Als ein weiteres Highlight bewerben sich vom 16. bis 18. Januar rund 90 Hengste auf der vierten FN-Bundeshengstschau Sportponys um den Titel der Bundessieger. Zugelassen sind vier- bis zwölfjährige Hengste der Rassen Deutsches Reitpony, New Forest Pony, Connemara Pony und Welsh Pony der Sektionen B und D. Teilnehmende Ponyhengste müssen im Hengstbuch I bei einem in der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) angeschlossenen Zuchtverband eingetragen sein. Die Vorselektion der teilnehmenden Hengste findet bereits auf regionaler Ebene der Zuchtverbände statt.

 

Die Wettbewerbe sind unterteilt in rassespezifische Schauwettbewerbe, bei denen das Exterieur sowie die Gangarten Schritt und Trab beurteilt werden, und Sportwettbewerbe, bei denen die Hengste im Freispringen und unter dem Sattel bewertet werden. Ermittelt werden jeweils ein Bundessieger der zugelassenen Rassen sowie je ein spring-, ein dressur- und ein vielseitigkeitsbetonter Siegerhengst. Zudem ist ein vielseitiges Schauprogramm mit den teilnehmenden Hengsten geplant.

 

Gefährdete Locken

Das Karakulschaf ist eine der ältesten Haustierrassen der Welt. Schon vor mehr als 4 500 Jahren, das belegen in Uruk am Euphrat gefundene Tonabbildungen, wurden Schafe im Typ des Karakuls gehalten. Die Locke des Fells frisch geborener Lämmer gab der Rasse wahrscheinlich ihren Namen: „Kara-gjull“ bedeutet im Assyrischen „Schwarze Rose“. Ursprünglich in den Steppen und Halbwüsten Usbekistans heimisch, gelangten im Jahr 1900 die ersten vier Tiere nach Deutschland. Mit ihnen begann Professor Julius Kühn, Direktor des Landwirtschaftlichen Institutes der Universität Halle, die Karakulzucht hierzulande.

 

Das mittelrahmige Fettschwanzschaf ist besonders gut an karge Bedingungen in der Steppe angepasst, die Böcke tragen in der Regel schneckenförmige Hörner (20 bis 30 % hornlos), weibliche Tiere sind generell hornlos. Zwei Schuren je Jahr sind üblich, das Vlies besteht aus einer langabwachsenden Mischwolle. Charakteristisch sind glänzende Stichelhaare an Kopf und Extremitäten. Die Standardfarbe ist Schwarz (arabi). Sie verändert sich mit zunehmendem Alter zu Grauschwarz und Grau oder Graubraun.

 

Durch stark veränderte Rahmenbedingungen, wie den Wegfall der Exporte und staatlicher Förderungen, sowie weitere Reduzierung der Rohfellpreise kam es seit 1990 zu einem akuten Bestandsrückgang. Gegenwärtig existieren noch sechs Karakulzuchten mit 250 Herdbuchmutterschafen und 30 Böcken. Für die Zukunft des Karakulschafes bedarf es neuer Ideen: Die besondere Anpassung der über 4 000 Jahre alten Rasse an überaus karge Standorte, die Fähigkeit, Fett im Fettschwanz zu lagern und dadurch ein äußerst mageres und wohlschmeckendes Fleisch zu produzieren, die Genügsamkeit und Robustheit und die vielseitig verwendbare Wolle sind als besondere Eigenschaften hervorzuheben. In der Landschaftspflege, auf kargen Standorten, kann diese Rasse mit ihrer speziellen Anpassung sehr erfolgreich eingesetzt werden. Weitere Züchter für das Deutsche Karakul sind sehr willkommen.

 

 

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