Landgesellschaften zogen Investitionsbilanz

18.07.2018

© Sabine Rübensaat

Die Zahl der Förderanträge nach Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP) ist im vergangenen Jahr massiv eingebrochen. Das zeigt der Tätigkeitsbericht des Bundesverbandes der gemeinnützigen Landgesellschaften (BLG), der vor einigen Tagen veröffentlicht worden ist. 2017 wurden von den Landgesellschaften insgesamt 215 neue AFP-Förderanträge vorgelegt; das waren knapp 30 % weniger als 2016. 

 

Einbruch nach Ansage

Allerdings gibt es offenbar einen Qualitätsschub: Mit rund 60 % überwogen 2017 die AFP-Anträge auf Premiumförderung. Das durchschnittliche förderfähige Investitionsvolumen ist 2017 in den meisten Ländern in etwa konstant geblieben; lediglich in Bayern gab es einen deutlichen Rückgang. Dennoch bildet der Freistaat nach wie vor den Schwerpunkt bei der AFP-Förderung. Mehr als die Hälfte der bearbeiteten AFP-Anträge entfiel 2017 auf die bayerische BBV LandSiedlung. Mit 122 Anträgen hat sich deren Zahl gegenüber dem Vorjahr allerdings beinahe halbiert. 

Forscht man nach den Ursachen dieser Rückgänge, so kommt man rasch auf die Markt- und Agrarpolitik zu sprechen. Der BLG macht vor allem die Nachwirkungen der Milchpreiskrise für den Rückgang bei den Förderanträgen verantwortlich. Daneben dämpften auch Zweifel über die Zulässigkeit bestimmter Haltungsverfahren die Investitionsbereitschaft.

 

Flächensicherung läuft

Im zweiten klassischen Betätigungsfeld der Landgesellschaften, der Flächenbevorratung zum Zweck der Agrarstruktur- sowie der Infrastrukturverbesserung, herrsche Stabilität, so der BLG-Bericht weiter. In den alten Bundesländern hätten die Landgesellschaften 2017 knapp 2.500 ha Agrarflächen erworben und rund 2.700 ha verkauft. Der Bestand an eigenen Flächen der westdeutschen Landgesellschaften habe etwa 17.700 ha betragen und damit 300 ha weniger als im Vorjahr. 

Die ostdeutschen Landgesellschaften haben 2017 rund 1.600 ha gekauft und 1.900 ha verkauft. Insgesamt verfügten sie aber noch über mehr als 43.100 ha. Gut die Hälfte davon entfällt auf die Landgesellschaft Sachsen-Anhalt, die vor Jahren 36.000 ha Landesflächen erworben hatte und die sie seither nach und nach verkauft. 

Das Bestreben von Nichtlandwirten, Boden zu kaufen, ist weiter stark. Laut BLG-Bericht wurde das Vorkaufsrecht 2017 in 884 Fällen mit 8.129 ha geprüft. Ausgeübt wurde das Vorkaufsrecht in 203 Fällen mit zusammen 1.580 ha. Zunehmend problematisch sei, dass es vielerorts kaum noch Landwirte gibt, die in die reklamierten Kaufverträge einzusteigen bereit sind, so der BLG. Hohe Preise sowie die doppelte Grunderwerbsteuer schreckten ab. 

 

Neue Angebote

Ausgebaut haben die Landgesellschaften ihr Angebot im Bereich des Kompensationsflächenmanagements. Dem Tätigkeitsbericht zufolge belief sich der Bestand an Ökopool- und Ökokontenprojekten auf 102 Vorhaben mit 2.000 ha. Daneben hatten die Landgesellschaften Ende 2017 acht integrierte Entwicklungskonzepte und 22 Regionalmanagementprojekte in Bearbeitung. In 31 Fällen wurden Dorfentwicklungsmaßnahmen betreut. Hinzu kommen 31 Wege- und Wasserbauprojekte, 303 Erschließungsmaßnahmen, 71 Fachplanungen und -gutachten sowie 51 Bauleitplanungen. 

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