Krise am Milchmarkt Europas

30.05.2016

© Sabine Rübensaat

Milchkühe auf der Weide

Die Preismisere am Milchmarkt erhitzt weiter die Gemüter. Jüngster Anlass dazu war ein Bericht in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), in dem unter Berufung auf Vertreter mehrerer Molkereien aktuelle Auszahlungspreise von lediglich 18 ct/kg Rohmilch in manchen Regionen genannt wurden. Erst Anfang Mai war die Preissenkungsrunde für Milcherzeugnisse im Lebens-mitteleinzelhandel über Partei- und Verbandsgrenzen hinweg auf Kritik und Unverständnis gestoßen.

 

Mengen zurückführen


Mit Blick auf das neuerliche Preistief forderte der neue baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk eine tragfähige Lösung für die Landwirte und eine Rückführung der Milchmenge in Europa. Zugleich begrüßte er, dass die Bundesregierung nun prüfe, wie die Landwirte steuerlich besser gestellt und bei der Landwirtschaftlichen Unfallversicherung (LUV) entlastet werden könnten und welche Möglichkeiten es für die Branche gebe, ihre Produktionshöchstmengen selbst festzulegen.


Maßnahmen für eine nachhaltige Weiterentwicklung der Milchbranche forderte die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Karin Thissen. In diesem Zusammenhang sieht sie Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt mit seiner jüngsten Äußerung zu einem staatlichen Tierwohllabel auf dem richtigen Weg.

 

Preise sittenwidrig


Der agrarpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Friedrich Ostendorff, nannte Auszahlungen von 20 ct/kg Milch und weniger als einen „neuen traurigen Rekord“ und forderte eine Begrenzung der Milchproduktion. Der Geschäftsführer der Linksfraktion im Brandenburger Landtag, Thomas Domres, bezeichnete einen Milchpreis von 20 ct/kg als „sittenwidrig“.


Seitens der Länderagrarminister fordern die Grünen-Ressortchefs aus Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Hessen, Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen in einem gemeinsamen Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel eine schnelle Reduzierung der Produktionsmenge einzuleiten. Derweil erklärte Sachsens Agrarminister Thomas Schmidt, dass die im Raum stehenden 100 Mio. € nicht ausreichen könnten. Darüber hinaus könnten staatliche Überbrückungsdarlehen oder Bürgschaften den Betrieben helfen. Schmidt kündigte an, dass der Freistaat existenzgefährdete Landwirte durch eine Stundung der Pachtzinsen entlasten werde.

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