Konturen im Nebel

21.05.2015

© Sabine Rübensaat

Ferkelimpfung

Vor allem die am 8. Mai vom Bundesrat beschlossenen Einzelheiten zur Handhabung der in den Betrieben gemäß der Novelle des Arzneimittelgesetzes (AMG) ermittelten Daten zum Antibiotikaeinsatz dürften für die Praxis interessant sein. In der neuen Verordnung wird unter anderem das Berechnungsverfahren der bundesweiten Kennzahl der Therapiehäufigkeit geregelt. Die Novelle des AMG schreibt bekanntlich vor, dass Tierhalter halbjährlich Daten zum Antibiotikaeinsatz erfassen und der zuständigen Veterinärbehörde übermitteln müssen. Die Behörde errechnet daraus die betriebliche halbjährliche Therapiehäufigkeit. Der Bundesrat legte hierzu fest, dass die Frist für die Übermittlung der betrieblichen halbjährlichen Therapiehäufigkeit zeitgleich mit der Bekanntmachung der bundesweiten halbjährlichen Therapiehäufigkeit erfolgen sollte, um dem Tierhalter einen frühzeitigen Abgleich und die Einleitung notwendiger korrektiver Maßnahmen zu ermöglichen. Der Tierhalter muss laut AMG das für seinen Hof ermittelte Ergebnis in eigenen Unterlagen aufzeichnen und mit den bundesweit ermittelten Kennzahlen vergleichen.

 

Überschreitet der Tierhalter den Vergleichswert, ist er verpflichtet, mit dem Tierarzt die Gründe für den in seinem Betrieb erfolgten umfangreichen Antibiotikaeinsatz zu analysieren. Bei einem deutlich erhöhten Antibiotikaeinsatz muss den zuständigen Stellen innerhalb von zwei Monaten ein schriftlicher Reduktionsplan übermittelt werden. In diesem Plan sind der Verordnung zufolge die Gründe zu benennen, die zur Überschreitung der Kennzahl geführt haben. Gefragt sind Angaben zum Krankheitsgeschehen sowie zu bestehenden Vorsorgemaßnahmen. Enthalten sein müssen auch das Ergebnis der tierärztlichen Beratungen sowie Einzelheiten zu den Maßnahmen, die zur Verringerung des Antibiotikaeinsatzes ergriffen werden sollen.


Generell billigte die Länderkammer die Änderungsverordnung zudem nur, wenn Regelungen zu Anlagen für die Anwendung bestimmter Arzneimittel  bei Lebensmittel liefernden Tieren in die Tierhalter-Arzneimittel-Nachweis-Verordnung aufgenommen werden. Demnach dürfen Tierhalter zukünftig Antibiotika über solche Anlagen nur dann an Tiere abgeben, wenn die Einrichtungen zur Dosierung und Anwendung dieser Mittel dem jeweiligen Stand der Technik entsprechen.


In einer zudem verabschiedeten Entschließung begrüßte es der Bundesrat, dass nunmehr auch Daten zu den ausschließlich für Geflügel zugelassenen Arzneimitteln aufgeschlüsselt nach den ersten beiden Ziffern der Postleitzahl den obersten Landesbehörden zur Verfügung gestellt werden können. Zugleich wurde die Bundesregierung aufgefordert, das AMG so zu ändern, dass diese Daten künftig auch für Zwecke der Überwachung genutzt werden dürfen.

 

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