Koalition und Bauernverband zum Nitratproblem

22.05.2018

© Sbine Rübensaat

Die Nitratbelastung des Grundwassers in Deutschland muss weiter vermindert werden. Das haben gleich mehrere Agrarpolitiker von Union und SPD bekräftigt. Aus Sicht des Agrarsprechers der CDU/CSU Bundestagsfraktion,
Albert Stegemann, muss insbesondere in Gebieten mit belasteten Wasserkörpern eine Reduzierung des Nitrateintrages erreicht werden. Deshalb seien mit der Änderung des Düngegesetzes und der Düngeverordnung die Vorgaben zur Düngung in Deutschland stark verschärft worden, betonte Stegemann gegenüber dem Nachrichtendienst Agra-Europe.


Gleichzeitig müssten die Landwirte aber auch die Möglichkeit erhalten, ausreichend Lagerraum für Wirtschaftsdünger zu schaffen, um diesen bedarfsgerecht ausbringen zu können, mahnte der CDU-Agrarpolitiker. Dies sei aktiver Trinkwasserschutz. „Die Umsetzung der neuen gesetzlichen Regelungen werden wir intensiv begleiten, um auch künftig mögliche negative Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren“, so Stegemann.


Auch der agrarpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Spiering, mahnte einen besseren Schutz des Grundwassers vor zu hoher Nitratbelastung an. Er hält weitere Schritte für „dringend“ notwendig. Mit ihren Aussagen reagierten die agrarpolitischen Sprecher der Koalitionsfraktionen auf den in der vorvergangenen Woche veröffentlichten Bericht der EU-Kommission zur Umsetzung der Nitratrichtlinie (Bauernzeitung 19/2018, S. 19). Demnach sieht die Brüsseler Behörde Deutschland bei den Nitratgehalten im Grundwasser weit vorn.


Derweil machte der Deutsche Bauernverband (DBV) Vorbehalte gegenüber den Nitratangaben im Bericht der EU-Kommission geltend. „Europaweite Vergleiche zu Nitratgehalten im Grundwasser sind nur bedingt aussagefähig. Auch die EU-Kommission kritisiert die geringe Vergleichbarkeit der Daten zu den Nitratgehalten aufgrund von Unterschieden in den Messnetzen und fordert eine Harmonisierung der Messnetzmethodik“, gab der stellvertretende DBV-Generalsekretär Udo Hemmerling zu bedenken. Zudem liege die Messstellendichte im Bundesgebiet nur bei rund einem Viertel des EU-Durchschnitts. Für eine repräsentative Darstellung der Nitratwerte im Grundwasser in Deutschland sollte das große Nitratmessnetz für die Europäische Umweltagentur (EUA) verwendet werden, erklärte Hemmerling. Danach werde der Schwellenwert in Deutschland nicht bei 28 %, sondern bei 18 % der Messstellen überschritten.

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