Klimaschutzplan

17.11.2016

© Lothar Eckhardt

Nachdem der Klimaschutzplan zunächst wegen Streits über die Kohleverstromung vertagt worden war, gab es am vergangenen Freitag doch noch eine Einigung. Die Änderungen im Klimaschutzplan 2050, auf die sich die Bundesminister Christian Schmidt und Dr. Barbara Hendricks verständigt haben, sind vielschichtig. Besonders wichtig erscheint, dass der grundsätzliche Denkansatz des Papiers von strikten Produktionseinschränkungen auf Forschungsanstrengungen verlagert wird. Im Mittelpunkt sollen Maßnahmen stehen, „die auf eine Emissionsminderung und Steigerung der Ressourceneffizienz in einer nachhaltigen Agrarproduktion abzielen“.


Unterdessen hat der Start der Weltklimaschutzkonferenz, bei der seit Montag der vergangenen Woche in Marrakesch erstmals über die Umsetzung des 2015 vereinbarten Klimaabkommens der Vereinten Nationen verhandelt wird, die Diskussion über den bestmöglichen Weg hin zu mehr Klimaschutz lauter werden lassen.


Der Deutsche Bauernverband (DBV) appellierte an die Staatengemeinschaft, bei der Umsetzung des Abkommens die besondere Rolle der Landwirtschaft als Basis der Ernährungssicherung zu berücksichtigen. Außerdem verwies er auf den Anpassungsbedarf der Branche an die Erderwärmung. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) forderte hingegen einen Umbau des Agrarsektors. Mit „regenerativer Landwirtschaft“ könne viel Kohlenstoff im Boden gebunden werden. Indes stellte der Industrieverband Agrar (IVA) fest, dass eine Ausweitung des Ökolandbaus aus Gesichtspunkten des Klimaschutzes nicht zu empfehlen sei.


Auch seitens der Politik ging man auf die Landwirtschaft ein. Anträge der Grünen und Linken im Bundestag, in denen die Verringerung der Fleischproduktion gefordert wurde, scheiterten allerdings. Bestätigt wurde der Antrag der Koalition, dass sich die Bundesregierung für eine wirksame und schnelle Umsetzung des Abkommens einsetzen solle.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr