Klimaschutzplan muss nachgebessert werden

10.10.2016

Wintergerste © Sabine Rübensaat

Sowohl Wirtschaftsverbände als auch Umwelt- und zivilgesellschaftliche Organisationen haben Änderungsbedarf am Klimaschutzplan 2050 des Bundesumweltministeriums angemeldet. Mit Blick auf die erfolgte Verbändeanhörung zum Entwurf des Klimaschutzplans wiesen der Deutsche Bauernverband (DBV), der Bundesverband Bioenergie (BBE) und weitere Branchenverbände auf die Bedeutung der Bioenergie für den Klimaschutz hin.


DBV-Fachbereichsleiter Steffen Pingen stellte fest, dass die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen schon heute auf Tausenden Bauernhöfen einen Beitrag für eine verbesserte Klimabilanz der Landwirtschaft leiste. Vor diesem Hintergrund kritisierte er, dass der Klimaschutzplan die besondere Rolle der Landwirtschaft für die Ernährungssicherung bisher nicht ausreichend verankere. Es sei vor allem nicht angemessen, der Landwirtschaft als einzigem Wirtschaftssektor für 2050 ein starres Minderungsziel an Treibhausgasen (THG) vorzugeben, erklärte Pingen.


Nach Darstellung des BBE-Geschäftsführers Bernd Geisen hätten die deutschen THG-Emissionen 2015 ohne Bioenergie noch deutlich über dem von der Bundesregierung geschätzten Volumen von 908 Mio. t gelegen. Er hält deshalb eine schnelle Abkehr von den fossilen Energien für geboten. „Dafür brauchen wir die Bioenergie mit ihren Einsatzfeldern bei Strom, Wärme und Kraftstoffen“, betonte Geisen.
Bereits im Vorfeld der Verbändeanhörung hatte sich ein Bündnis gesellschaftlicher Verbände in einem Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt und die Formulierung anspruchsvollerer Klimaschutzziele angemahnt. Kritik kam darüber hinaus vom Deutschen Raiffeisenverband (DRV), dem Zentralverband Gartenbau (ZVG), dem Verband Bioland sowie dem Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW).


Zwischenzeitlich hatte sich auch der Präsident des Landvolkes Niedersachsen, Werner Hilse, wegen des Klimaschutzplans an die Politik gewandt. In einem Brief an den niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil stufte er die im Klimaschutzplan formulierten Ziele zur Minderung der Treibhausgasemissionen als „sehr ambitioniert“ ein. Notwendig sei ein Klimaschutz, der den Landwirten ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit erhält.


Selbst Bioland-Präsident Jan Plagge forderte die Bundesregierung auf, ihren Klimaschutzplan nachzubessern. Mit dem derzeitigen Entwurf verfehle Deutschland die Pariser Klimaziele. Diese müssten viel mehr durch konkrete Maßnahmenpakete für alle Sektoren nunmehr zügig umgesetzt werden.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr