Jahresbilanz der BVVG

17.01.2018

© Thomas Tanneberger

Die Dynamik am ostdeutschen Bodenmarkt scheint einstweilen vorüber zu sein. Darauf deutet zumindest die Preisentwicklung bei den landwirtschaftlichen Flächen der Bodenverwertungs- und verwaltungsgesellschaft (BVVG) hin. Wie das bundeseigene Unternehmen mitteilte, lagen die Preise bei ihren Verkehrswertverkäufen im Jahr 2017 mit durchschnittlich rund 19.500 €/ha nur leicht über dem Wert des Vorjahres von knapp 19.400 €/ha. Bereits 2016 waren die Preise weitgehend stabil geblieben. BVVG-Geschäftsführer Stefan Schulz warnte allerdings vor voreiligen Schlüssen. Die Nachfrage nach Grund und Boden sei weiterhin hoch. Im Schnitt verzeichne man vier Bewerber auf eine Ausschreibung. Schulz verwies zudem auf erhebliche regionale Unterschiede, die in erster Linie auf die jeweiligen Qualitäten und Nutzungsarten der verkauften Flächen zurückzuführen seien und von Jahr zu Jahr schwankten.


Dies gelte auch für die Verpachtung. Die BVVG-Pachtpreise stiegen laut Schulz 2017 im Schnitt um 3,7 % auf 424 €/ha. Insgesamt hat die BVVG im vergangenen Jahr 9.700 ha landwirtschaftliche Flächen verkauft, davon 4.700 ha über öffentliche, bedingungsfreie Ausschreibungen. 1.600 ha wurden über beschränkte Ausschreibungen an arbeitsintensive Betriebsformen und Junglandwirte veräußert. Direkt an Pächter hat die BVVG 2.200 ha verkauft. Hinzu kommen 900 ha, die vergünstigt an Alteigentümer gegangen sind, sowie 300 ha, die die BVVG an Naturschutzeinrichtungen veräußert hat. Verkauft wurden außerdem 1.800 ha Wald und 700 ha Umwidmungsflächen.


Co-Geschäftsführer Martin Kern kündigte an, dass der Schwerpunkt der BVVG auch in diesem Jahr auf dem Verkauf von landwirtschaftlichen Flächen liegen werde. Für 2018 plant die BVVG den Verkauf von 9.300 ha Flächen, zwei Drittel davon über Ausschreibung. Zudem will man 900 ha Wald und 600 ha Umwidmungsflächen privatisieren.


Den für dieses Jahr angepeilten Überschuss bezifferte Kern auf 226 Mio. €. Im Jahr 2017 hatte die BVVG rund 254 Mio. € an den Bund abgeführt. Allmählich auslaufen werde in den nächsten Jahren der Verkauf an Alteigentümer nach dem Entschädigungs- und Ausgleichsleistungsgesetz. Kern gab die Zahl der noch offenen Anträge mit 104 an. Den Bedarf an Acker- und Grünland, der noch für Alteigentümer benötigt wird, veranschlagt der Geschäftsführer auf rund 1.000 ha.


Beide Geschäftsführer bestätigten, nicht unglücklich darüber zu sein, dass der Flächenverkauf inzwischen in ruhiges Fahrwasser gelangt ist. Von einer neuen Bundesregierung erwarte man, „dass sie uns in Ruhe unseren Privatisierungsauftrag erledigen lässt“. Nach den geltenden Vorgaben soll die Privatisierung der ehemals volkseigenen land- und forstwirtschaftlichen Flächen im Jahr 2030 abgeschlossen sein. Gegenwärtig hat die BVVG noch Agrarflächen von 126.000 ha sowie 7.600 ha Wald im Bestand.

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