Insekten effektiver schützen

09.03.2018

© Sabine Rübensaat

Unter Federführung des nordrhein-westfälischen Landesverbandes des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) haben Akteure aus Politik, Landwirtschaft, Chemie und Wissenschaft ein gemeinsames Forderungspapier zum Insektenrückgang erarbeitet. Der Entwurf für einen „Münsteraner Appell“ an die Politik beinhalte einen Katalog an notwendigen Maßnahmen, so der NABU Mitte Februar in Münster.

 

Der Rückgang der biologischen Vielfalt in den Agrarräumen sei auf EU-Ebene zu stoppen, wozu ein „grundlegendes Umsteuern“ notwendig sei. Es gelte, das Prinzip „Wachse oder weiche“ zu beenden und Fördergelder stärker an den Naturschutz zu koppeln. Laut NABU sollte eine Prämie für naturnahe, nichtproduktive landwirtschaftliche Betriebsanteile eingeführt werden, genauso wie ein absolutes Verbot von Pflanzenschutzmitteln auf Ökologischen Vorrangflächen (ÖVF), Gewässerrandstreifen und im Nahbereich von naturschutzfachlich hochwertigen Kleinbiotopen. Auch eine Änderung der europäischen Pflanzenschutzgesetzgebung sei zwingend notwendig. Auf Bundesebene müssen nach Ansicht der Naturschützer das Budget für biologische Vielfalt auf 50 Mio. € erhöht und ein langfristiges Insektenmonitoring aufgebaut werden. Daneben seien eine intensive Grundlagenforschung zu etablieren und die ökologische Ausbildung an den Hochschulen zu verbessern. Dar-über hinaus wird die Einrichtung eines „Deutschen Zentrums für Biodiversitätsmonitoring“ in der Trägerschaft von Wissenschaftseinrichtungen als „unerlässlich“ angesehen. Grundsätzlich muss laut NABU der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Fläche reduziert und in naturschutzrelevanten Gebieten verboten werden, ebenso im Haus- und Kleingartenbereich und auf kommunalen Flächen. Um einen „funktionierenden Vollzug“ der geänderten Umwelt- und Pflanzenschutzgesetze zu gewährleisten, sei mehr Personal bei den Behörden sicherzustellen.

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