Initiative Tierwohl bewährt sich am Markt

05.01.2018

© Sabine Rübnsaat

Das Grundkonzept der Initiative Tierwohl (ITW), Landwirte zu unterstützen, wenn sie über den Gesetzesstandard hinaus etwas für ihre Tiere tun und sich dabei auch kontrollieren lassen, kommt bei der Bevölkerung extrem gut an.

 

Wie das Meinungsforschungsinstitut forsa in einer bundesweiten, repräsentativen Umfrage zur Nutztierhaltung und Fleischproduktion herausgefunden habe, bewerten 93 % der Verbraucher in Deutschland die Idee mit gut oder sehr gut. 83 % der mehr als 1.000 Befragten bezeichneten es zudem als gut, eine tiergerechtere Ausgestaltung der Nutztierhaltung in vielen kleinen Schritten konsequent um­zusetzen, berichtete die ITW Ende Dezember.

 

„Wir freuen uns über den großen Zuspruch zu unserem Ansatz“, kommentierte ITW-Geschäftsführer Dr. Alexander Hinrichs die Ergebnisse. Dass die Verbraucher kleine, konsequente Schritte zur Verbesserung der Haltungsbedingungen für gut und praktikabel erachteten, zeige, dass sie realistischer seien als jene Politiker, „die in der Öffentlichkeit laut Ideale und Maxi­malforderungen postulieren, denen die Landwirte aber un­möglich von heute auf morgen gerecht werden können“. Angesichts der großen Akzeptanz ­appellierte Hinrichs an die an der Initiative teilnehmenden Tier­halter, sich ihrer Verantwortung bewusst zu sein. Sie seien Aushängeschilder, und Verstöße gegen die Tierwohl-Kriterien seien mehr als Vertragsverletzungen, denn sie gefähr­deten die Wahrnehmung einer ganzen Branche. Deshalb würden auch in der 2018 beginnenden Programmphase Regelverletzungen streng geahndet, „denn für schwarze Schafe unter den Tierhaltern wird in unserem Programm kein Platz sein“, stellte der ITW-Geschäftsführer klar.


Ein weiteres Ergebnis der forsa-Umfrage war laut ITW, dass die Bevölkerung neben den Landwirten auch den Staat, den Lebensmittelhandel und die Verbraucher in der Verantwortung für eine tiergerechtere Haltung sehen. Von den Teilnehmern, die Fleisch verzehren, äußerten 89 % die Bereitschaft, mehr Geld für Fleisch auszugeben, wenn das zu verbesserten Haltungsbedingungen führt. Allerdings musste Hinrichs zugestehen, dass sich Aussagen zur Zahlungsbereitschaft mit dem tatsächlichen Einkaufsverhalten der Bürger oft nicht deckten. Deshalb habe man bei der Initiative Tierwohl die Kaufentscheidung von der Förderung von Tierwohlmaßnahmen entkoppelt. Der Verbraucher könne nun einfach durch die Wahl seines Einzelhändlers etwas zur Förderung des Tierwohls beitragen.

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