Importstopp: Auswirkungen beherrschbar

25.08.2014

© Sabine Rübensaat

Von dem russischen Embargo sind in erster Linie Obst und Gemüse sowie Milch- und Fleischprodukte betroffen.

Berlin. Die Auswirkungen des russischen Importstopps für Agrarprodukte aus der EU und anderen Ländern werden nach einer ersten Einschätzung des Bundeslandwirtschaftsministeriums für die deutschen Erzeuger spürbar sein, aber beherrschbar bleiben. „Dieses politisch motivierte Embargo richtet sich gegen eine Vielzahl von Ernährungsgütern, die bisher erfolgreich nach Russland exportiert wurden. Wir werden sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene die Märkte sehr genau beobachten und analysieren“, erklärte Agrarressortchef Christian  Schmidt. Es sei gut, dass die betroffenen Branchen sich dieser schwierigen Marktsituation entgegenstemmten und neue Absatzmärkte suchten. „Dabei werde ich sie tatkräftig unterstützen“, versicherte Schmidt.

Bei erkennbaren deutlichen Schieflagen des Marktes für einzelne Produktgruppen würden auf europäischer Ebene entsprechende Krisenmaßnahmen beraten und eingeleitet. Die Vernichtung von Lebensmitteln sei in diesem Zusammenhang für ihn aber kein Weg für eine adäquate Marktstützung, betonte der Minister und fügte hinzu: „Vorrang hat die Förderung des Absatzes.“ Dabei werde für die Agrarmärkte auch die gesamtpolitische Lage und die weitere Entwicklung der russischen Position zur Krise in der Ukraine eine Rolle spielen. Die Pflicht zur Eindämmung der Kriegsgefahr bleibe jedoch bestehen, stellte Schmidt mit Blick auf die EU-Sanktionen klar.

Von dem russischen Embargo sind nach einem ersten Lagebericht der von Schmidt einberufenen Arbeitsgruppe in erster Linie Obst und Gemüse sowie Milch- und Fleischprodukte betroffen. Die gesperrte Ware müsse im Wesentlichen auf dem Binnenmarkt abgesetzt werden, wodurch die in der EU erzielten Erzeugerpreise der betroffenen Produkte bereits unter Druck geraten seien oder dies noch geschehen könne. Mittel- und langfristig seien jedoch Marktanpassungen zu erwarten, die die negativen Preiswirkungen abschwächten, so der Lagebericht.

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