Im Wettlauf mit Petrus

27.12.2016

© Sabine Rübensaat

Deutsche Landwirte benötigen für einen umfassenden und bezahlbaren Versicherungsschutz gegen Wetterextreme eine finanzielle Förderung durch den Staat – analog der Praxis in anderen EU-Mitgliedstaaten. Das ist die Schlussfolgerung aus der Studie „Landwirtschaftliche Mehrgefahrenversicherung für Deutschland“, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) unter Beteiligung zum Beispiel der Vereinigten Hagelversicherung (VH), des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und von Forschungseinrichtungen jetzt neu aufgelegt hat.


Demnach verursachten Wetterextreme wie Trockenheit, Hagel und Starkregen große und in den zurückliegenden Jahren immer weiter zunehmende Ertragsschäden in der deutschen Landwirtschaft. Im langjährigen Mittel der Jahre 1990 bis 2013 hätten diese bei 511 Mio. € gelegen. Der Vergleich der einzelnen Jahreswerte zeige erhebliche Schwankungen zwischen 90 Mio. und 2,3 Mrd. € sowie eine über die Zeit steigende Tendenz, heißt es in der Studie. Dennoch unterstütze Deutschland – im Gegensatz zu mehr als drei Viertel aller EU-Mitgliedstaaten – die Landwirtschaft nicht durch eine Präventionszulage für ein aktives Risikomanagement gegen zunehmende Wetterextreme. In anderen Ländern würden dazu Gelder im Rahmen der Ersten und Zweiten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) oder nationale Haushaltsmittel genutzt.


Hinzu komme, dass hierzulande die Risikovorsorge in Form von Versicherungen vergleichsweise hoch besteuert werde, so die Autoren der Studie. Außerdem würden die Direktzahlungen in Zukunft voraussichtlich gekürzt, womit sie weniger zur Absicherung in Krisenzeiten beitragen könnten. Vor diesem Hintergrund sei es nur gut, wenn Dynamik in die Debatte um effiziente Risikomanagementinstrumente komme.


Die Verfasser der Studie gehen davon aus, dass es auch Deutschland in einer Partnerschaft zwischen öffentlichem und privatem Sektor gelingen wird, eine effiziente Risikovorsorge zu gewährleisten, um die Liquidität landwirtschaftlicher Betriebe bei Wetterextremen zu sichern.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr