Hygiene muss besser werden

24.03.2015

© Sabine Rübensaat

Masthähnchen (Geflügelmast)

Für eine umfassende Verbesserung der Hygienebedingungen in den Geflügelschlachtbetrieben hat sich das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ausgesprochen. Grund sind die Ergebnisse des repräsentativen Zoonosen-Monitorings 2013, die veröffentlicht wurden. Darin kommt das BVL zu dem Schluss, dass bei der Verringerung von Campylobacter-Bakterien bei Masthähnchen und in frischem Hähnchenfleisch in den letzten fünf Jahren keine Fortschritte erzielt wurden. Auch antibiotikaresistente Keime wie Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) und Bakterien, die die Extended Spectrum-ß-Lactamase (ESBL) bildeten, seien häufig nachgewiesen worden.

 

Probleme bei Hühnern

Nach Angaben des BVL lag 2013 die Kontaminationsrate der Masthähnchenschlachtkörper mit Campylobacter spp. bei Halshautproben bei 52,3 % und damit über dem 2011 festgestellten Niveau von 40,9 %. Auch frisches Hähnchenfleisch sei mit 37,5 % positiver Befunde häufig mit den bakteriellen Durchfallerregern belastet gewesen. Etwa ein Fünftel der Schlachtkörperproben hätten zudem Keimzahlen oberhalb des in der EU diskutierten Grenzwertes aufgewiesen. Aus Sicht des Verbraucherschutzes bestehe deshalb dringender Handlungsbedarf.

 

MRSA-Keime wurden nach Angaben des BVL auf etwa der Hälfte der Masthähnchenschlachtkörper und in rund 20 % der Proben von frischem Hähnchenfleisch nachgewiesen. Erstaunlich ist, dass dagegen bei keiner der insgesamt 156 untersuchten Staubproben von Betrieben mit Zuchthühnern der Richtung Mast die Keime gefunden wurden. Dies decke sich mit den geringen Nachweisraten in den Herden von Masthähnchen in früheren Jahren, stehe aber im starken Kontrast zu den Befunden im Schlachthof, stellte das BVL fest. Es gebe hier deshalb Forschungsbedarf.

 

Das Auftreten von Cephalosporin-resistenter Escherischia coli (ESBL-Keime) bei landwirtschaftlichen Nutztieren und im Fleisch ist aufgrund der besonderen Bedeutung des Antibiotikums für die Therapie des Menschen nach Einschätzung des BVL problematisch. Nach dessen Angaben sind ESBL/AmpC bildende E. coli in der Lage, über Lebensmittel den Menschen zu infizieren. In der in diesem Bereich nicht repräsentativen Zoonosenerhebung 2013 wurde laut BVL die höchste Nachweisrate Cephalosporin-resistenter E. coli mit 64,9 % für Masthähnchenbestände und mit 66,0 % bei Hähnchenfleisch festgestellt. In den Erzeugerbetrieben lag die Zahl positiver Proben jedoch bei Zuchthühnern nur bei 45,2 % und bei Mastrindern bei 17,7 %. Im Rindfleisch wurden nur in 3,8 % der untersuchten Proben die Keime nachgewiesen. Überhaupt gibt es bei Rindfleisch offenbar weniger Probleme.

 

Bei Rindern entspannter

Zwar wurde in rund einem Drittel aller Dickdarmproben in der BVL-Analyse Campylobacter gefunden, auf den Schlachtkörpern aber nur in 5,8 % der Fälle. Frisches Rindfleisch im Einzelhandel wurde laut BVL mit einer Kontaminationsrate von 0,5 % nur ganz selten positiv getestet.

 

Mit MRSA waren die Schlachtkörper von Mastrindern bei den Untersuchungen der Bundebehörde nur zu 5,0 % belastet; das frische Rindfleisch wies 5,5 % positive Befunde auf. Bei den nachgewiesenen MRSA-Typen habe es sich überwiegend um nutztierassoziierte Stämme gehandelt, sodass von einer Übertragung der Keime auf die Nahrungsmittel bei der Verarbeitung auszugehen sei. Das Bundesamt stellte jedoch klar, dass nach dem gegenwärtigen Stand der Wissenschaft der Verzehr oder die Handhabung von mit MRSA kontaminierten Lebensmitteln kein erhöhtes Risiko für den Menschen bedinge.  Ausnahmen gälten für Landwirte und Tierärzte, die einen häufigen Kontakt zu infizierten Tierbeständen hätten.

 

 

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