Höchste Not in der Schweinehaltung

16.07.2018

© Sabine Rübensaat

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat die Bundesregierung aufgefordert, dringend Maßnahmen für eine tragfähige Zukunft der Schweinehaltung in Deutschland zu ergreifen. DBV-Präsident Joachim Rukwied mahnte nochmals, dass die Ferkelerzeuger seit Jahren unter massivem Druck ständen, „der sich in einem weit über dem Durchschnitt liegenden Strukturwandel bemerkbar macht“. Bereits jetzt müssten mehr als 11 Millionen Ferkel aus Nachbarländern importiert werden, und die Tendenz sei steigend. Zudem stehe nun ein zusätzliches Bündel an gesetzlichen Vorhaben an, die überwiegend als nationale Alleingänge umgesetzt werden sollten. „Das ist von den deutschen Ferkel­erzeugern aus eigener Kraft nicht zu schultern. Es droht ein Strukturbruch ausgerechnet bei den kleineren und mittleren Betrieben“, warnte Rukwied. 

 

Zur Lösung dieser dramatischen Lage bedarf es laut DBV eines gut durchdachten Gesamtplans statt der derzeit isoliert diskutierten Einzelmaßnahmen. „Notwendig ist ein Sondergipfel von Bund und Ländern unter Beteiligung der Wirtschaft, um eine für die Betriebe tragfähige Lösung zu erarbeiten und gemeinsam auf den Weg zu bringen“, betonte Rukwied. 

 

Der DBV wies mit Blick auf den Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration darauf hin, dass den hiesigen Schweinehaltern immer noch ein praktikables und im internationalen Wettbewerb tragfähiges Verfahren, wie die Lokalanästhesie, verwehrt werde. Hinzu komme, dass die Bauern – bedingt durch das sogenannte „Magdeburger Gerichtsurteil“ – demnächst ein Drittel ihrer Gebäude umbauen müssten, sie aber durch die aktuellen Regelungen im Bereich der Baugenehmigung dabei behindert würden. Gleichzeitig sollten sie nach derzeitigen Überlegungen im gleichen Zeitraum mit dem Abferkelbereich ein weiteres Drittel ihrer Betriebsgebäude weitgehend neu bauen. Der daraus insgesamt resultierende Investitionsbedarf werde sich schätzungsweise auf 2 bis 3 Mrd. € belaufen. Es sei „5 vor 12“ für die deutsche Schweinehaltung, so der Verband. 

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