Herkunftskennzeichnung kann teuer werden

07.11.2013

Fleischprodukte in einer Theke

Produkt Fleisch

Wo kommt das Fleisch her? © Sabine Rübensaat

Die Gesundheits- und Verbraucherexperten der Europäischen Kommission gehen davon aus, dass eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Fleisch in verarbeiteten Produkten den beteiligten Unternehmen beträchtliche Kosten verursachen würde.

 

Mehrkosten von bis zu 50 Prozent

In einem durchgesickerten Berichtsentwurf werden die gesamten Mehrkosten der Marktteilnehmer auf bis zu 50 % der Betriebskosten geschätzt, sollte die EU die Pflicht zur Angabe des Herkunftslandes einführen. Die Brüsseler Beamten erwarten „radikale Anpassungen entlang der Wertschöpfungskette“, darunter eine Renationalisierung des Fleischhandels sowie die Verringerung sowohl der Zwischenhändler als auch der Anzahl der verwendeten Teilstücke.


Hinzu kommen mehr Bürokratie für Verarbeiter und Behörden sowie höhere Endverbraucherpreise. All diese Effekte wären weniger ausgeprägt, wenn die verpflichtende Herkunftskennzeichnung auf Angaben nach dem Schema EU/Nicht-EU beschränkt würde. Dieses Vorgehen hält die Generaldirektion Gesundheit und Verbraucher für insgesamt machbarer. Preiserhöhungen scheinen dabei jedoch wegen der geringen Informationstiefe kaum durchsetzbar.

 

Status quo nicht zufriedenstellend

Den Status quo wiederum, also die Beschränkung auf eine freiwillige Herkunftskennzeichnung, betrachten die Experten vor dem Hintergrund des bestehenden Verbraucherinteresses als „keine vollständig zufriedenstellende Lösung“. Sie geben in dem Text keine klare Empfehlung für oder gegen eine der drei Optionen, stellen aber klar, dass die bestehenden Rückverfolgungssysteme für Nahrungsmittel nicht auf die Übermittlung von Ursprungsinformationen ausgelegt sind. Vorrangig gehe es um die Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit. Die beteiligten Unternehmen müssten lediglich belegen, von wem die Ware bezogen und an wen ein Produkt weitergegeben worden sei. Eine kumulative Rückverfolgbarkeit werde bislang jedoch nicht verlangt. Sie ende normalerweise am Schlachthof.

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