Heiß ersehnt

21.10.2014

© Sabine Rübensaat

Das Greening soll praktikabler werden.

In seiner Entschließung vom 10. Oktober verfügt der Bundesrat unter anderem, dass  die maximale Breite von Pufferstreifen entlang von Gewässern, die als ökologische Vorrangflächen anerkennungsfähig sind, von 10 m auf 20 m erhöht werden soll. Die Liste der zulässigen Arten für ökologische Vorrangflächen soll in Bezug auf Kurzumtriebsplantagen zusätzlich auf Kreuzungen von Weiden und Pappeln erweitert werden. Auch die Kulturartenliste für den Zwischenfruchtanbau auf Vorrangflächen soll um weitere Arten ergänzt werden. Insbesondere soll die Liste auch Getreidearten wie Rauhafer und Buchweizen enthalten.


Weiterhin werden die Arten aufgeführt, die in den auf ökologischen Vorrangflächen zulässigen Kulturpflanzenmischungen für den Zwischenfruchtanbau enthalten sein dürfen. Hier wird festgelegt, dass keine Art einen höheren Anteil als 60 % an den keimfähigen Samen der Mischung haben darf. Zudem wird der Anteil von Gräsern auf 60 % begrenzt. Als frühestmöglichen Aussaattermin für die Kulturpflanzenmischungen nennt die Verordnung den 16. Juli. Im Jahr der Antragstellung sollen Zwischenfrüchte auf Vorrangflächen nur durch Beweidung mit Schafen oder Ziegen genutzt werden dürfen.


Die Verordnung listet auch die Stickstoff bindenden Pflanzen auf, die auf ökologischen Vorrangflächen angebaut werden dürfen. Zulässig sind zum Beispiel Acker- und Sojabohne, Erbse und Linse sowie verschiedene Klee-, Lupinen- und Wickenarten. Der maßgebliche Zeitraum für die Berechnung der Anteile der verschiedenen Kulturen für die Anbaudiversifizierung soll der 1. Juni bis 15. Juli sein.


Neben den Vorschriften zum Greening werden in der Verordnung Bestimmungen zum „aktiven Betriebsinhaber“ und zur Definition des Vorliegens einer „hauptsächlich landwirtschaftlichen Flächennutzung“ getroffen. Beim „aktiven Betriebsinhaber“ wird das mit der EU-Kommission abgestimmte Konzept umgesetzt. Betriebsformen, die klassischerweise der Landwirtschaft zugerechnet wurden, wie die flächengebundene Pensionspferdehaltung oder Landwirtschaft in Verbindung mit Urlaub auf dem Bauernhof, bleiben auch künftig förderfähig.


Der Deutsche Bauernverband (DBV) begrüßte den Beschluss der Länderkammer. Die geforderten Änderungen seien geeignet, das Greening praktikabler zu machen. Der DBV erwartet nun von der Bundesregierung, dass sie den Änderungsvorschlägen des Bundesrates schnell zustimmt und die Verordnung in Kraft setzt. Das Bundeslandwirtschaftsministerium sieht einem Sprecher zufolge keine Bedenken gegen die Länderforderungen, die den Landwirten mehr Spielraum beim Greening einräumten. Man werde den notwendigen regierungsinternen Abstimmungsprozess kurzfristig einleiten und so rasch wie möglich zu Ende bringen, hieß es im Agrarressort.

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