Glyphosat: Neue Studie

28.05.2018

© Sabine Rübensaat

Konsequenzen des Glyphosateinsatzes im Ackerbau für Anbausysteme, Umwelt und Gesellschaft“ – so heißt eine neue Studie, die Prof. Jan Petersen von der ITB gGmbH an der Technischen Hochschule Bingen unter Förderung der industrienahen Arbeitsgemeinschaft Glyphosat (AGG) erarbeitet und vorgestellt hat.

 

Laut Darstellung des Wissenschaftlers gibt es keine Belege dafür, dass durch den Einsatz von Glyphosat die Biodiversität abnimmt; dies gelte zumindest für den Vergleich zu Anbauverfahren ohne die Verwendung des Herbizidwirkstoffs. Die Unkrautpopulationen würden entweder durch Glyphosat oder intensivere Bodenbearbeitungssysteme reguliert. In glyphosatgesteuerten Systemen seien sogar meist mehr Unkräuter zu finden als in durch Bodenbearbeitung gesteuerten. Glyphosateffekte können laut Petersen bei Bodenorganismen und bei Organismen im oder am Ackerrand auftreten. Diese seien in der Regel aber temporärer Natur.


Betriebswirtschaftlich, volkswirtschaftlich und ökologisch sei eine situationsangepasste Anwendung von Glyphosat positiv zu bewerten, heißt es in der Studie. Es bestünden zwar Alternativen,  aber diese führten in der Regel zu deutlich schlechteren Ergebnissen für Umwelt und Gesellschaft.


Gleichwohl gebe es Möglichkeiten, die Glyphosatanwendung zu reduzieren, ohne auf konservierende Bodenbearbeitungsverfahren bzw. Mulchsaaten zu verzichten. Dies gelte insbesondere für gut etablierte Zwischenfrüchte, die im Winter sicher abfrieren und kaum einer Unkrautregulierung im Frühjahr bedürften. Da dies aber nicht stets garantiert sei, sei die Option, bei Bedarf Glyphosat einsetzen zu können, für die Akzeptanz dieser umweltschonenden Verfahren essenziell.


Für den Fall, dass Glyphosat nicht mehr zur Verfügung stünde, geht der Autor davon aus, dass nicht nur die Deckungsbeiträge im Ackerbau sinken; sondern auch die Umweltwirkungen der Pflanzenbausysteme deutlich zunehmen. Ohne Glyphosat würden die Treibhausgasemissionen im Pflanzenbau nach oben gehen, so der Wissenschaftler. Eine Ursache dafür seien die Dieselaufwendungen durch die zusätzlichen beziehungsweise intensiveren Bodenbearbeitungsgänge.

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