Glyphosat: Nationale Extraverbote?

08.12.2017

© Sabine Rübensaat

Brüssel. Die Wiederzulassung des Pflanzenschutzmittelwirkstoffs Glyphosat auf EU-Ebene hat in einzelnen Mitgliedstaaten Überlegungen über gesonderte Ausstiegsszenarien für das Totalherbizid laut werden lassen. Nach dem positiven Votum der Mehrheit der EU-Länder am Montag vergangener Woche kündigte Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron auf Twitter an, den Wirkstoff nach spätestens drei Jahren verbieten zu wollen. „Ich habe unsere Regierung aufgefordert, die notwendigen Vorkehrungen zu treffen, um die Nutzung von Glyphosat in Frankreich zu untersagen, sobald Alternativen gefunden sind“, erklärte Macron. Die niederländische Landwirtschaftsministerin Carola Schouten begrüßte zwar die Entscheidung zur erneuten Genehmigung von Glyphosat. Wie Fachmedien berichteten, will sich die Ressortchefin – trotz der Zustimmung ihres Landes in Brüssel – aber ebenfalls dafür einsetzen, dass in den kommenden fünf Jahren die Entwicklung von Alternativen für das Herbizid verstärkt vorangetrieben wird. Die Umweltbelastung durch Pflanzenschutzmittel müsse sinken. „Bei der Kontrolle von Unkräutern und Schadorganismen in landwirtschaftlichen Kulturen haben vorbeugende Maßnahmen sowie nachhaltige, nicht-chemische Mittel Vorrang“, wurde Schouten zitiert.



Derweil zeigte sich die spanische Landwirtschaftsministerin, Isabel García Tejerina, mit dem Abstimmungsergebnis in Brüssel zufrieden. Sie sprach von einer „verantwortungsvollen Entscheidung zugunsten einer nachhaltigen Landwirtschaft“. Zudem vertraue sie auf die Einschätzung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die Glyphosat als „wahrscheinlich nicht krebserregend“ eingestuft habe. Schließlich sei die gemeinschaftlich finanzierte Behörde zuständig für den Schutz der Bevölkerung.

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