Glyphosat auf der Abschussliste

13.11.2013

Gerstenähre

Kein Glyphosat

Ein Einsatz von Glyphosat unmittelbar vor der Ernte soll, geht es nach dem Bundesrat, bald der Vergangenheit angehören. © Sabine Rübensaat

Der Bundesrat hat die Regierung in Berlin aufgefordert, dem in der landwirtschaftlichen Praxis immer noch verbreiteten Spritzen von Getreide mit Glyphosat kurz vor der Ernte  – der sogenannten Sikkation – einen Riegel vorzuschieben. In einer Entschließung verlangen die Länder von der Bundesregierung, sich für ein grundsätzliches Verbot der Anwendung von Glyphosat zur Abreifebeschleunigung von Getreide einzusetzen und allenfalls klar abgegrenzte Ausnahmen zuzulassen.

 

 

Anwendung auf Sonderfälle beschränken

 

Dies sei notwendig, da eine nah am Erntezeitpunkt liegende Anwendung des Wirkstoffs vermutlich die Haupt­eintragsquelle in die Lebensmittelkette darstelle. Die gefundenen Mengen lägen zwar regelmäßig nicht über dem zulässigen Rückstandshöchstgehalt, doch aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes sei ein Schutz der Bevölkerung vor vermeidbaren Rückständen erforderlich. Deshalb bedürfe gerade dieser Anwendungsbereich einer besonders kritischen Überprüfung. Die regelmäßige Verwendung des Mittels allein aus logistischen Gründen zur Steuerung des Erntezeitpunkts sollte nach Ansicht der Länderkammer abgelehnt werden. Die Anwendung sei auf besondere Fälle zu beschränken, so etwa eine Spätverunkrautung aufgrund von Spätfrostschäden und eine damit verbundene erschwerte oder nicht mögliche Ernte. In diesem Zusammenhang stellte der Bundesrat auch fest, dass die regelmäßige Anwendung von Glyphosat zur Arbeitserleichterung nicht der guten fachlichen Praxis entspreche.


Vom Bundesrat freigemacht wurde vergangene Woche auch der Weg für die Umsetzung des auf europäischer Ebene durch die Brüsseler Kommission verfügten Einsatzverbots für die drei zur Gruppe der Neonikotinoide gehörenden Pflanzenschutzmittelwirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hatte die Verordnung Anfang Oktober vorgelegt. Die Aufbrauchfrist für die Wirkstoffe endet am
30. November 2013.

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