Gentechnikdiskussion: Allerhand Gewitter

04.03.2014

© Sabine Rübensaat

Maisfeld im Sommer

Berlin. In Sachen Gentechnik gab es eine ganze Reihe neuer Entwicklungen. So hat sich Frankreichs Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll für eine totale Renationalisierung der Zulassung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) ausgesprochen. Am Rande des Agrarrates am 17. Februar in Brüssel erklärte der Minister, dass Frankreich einen Gegenentwurf zum Kommissionsvorschlag erarbeite, nach dem jedes Land seine eigenen Zulassungskriterien aufstellen kann. EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg hatte in der Ratsdebatte um die Anbauzulassung für den 1507-Mais lediglich für den alten „Opt-out“-Vorschlag geworben, der den Mitgliedstaaten eine eigene Entscheidung über die Zulassung auf ihrem Territorium erlauben würde.

Unterdessen hat die neue Staatssekretärin des Bundeslandwirtschaftsministeriums, Dr. Maria Flachsbarth, den Vorschlag gemacht, eine EU-Kennzeichnungspflicht für Milch- und Fleischprodukte von Tieren, die mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert wurden, einzuführen. Die CDU-Politikerin räumte in einer Aktuellen Stunde des Bundestages ein, dass die Schaffung einer entsprechenden EU-Regelung viel Zeit in Anspruch nehmen werde. Umso wichtiger sei die seit 2008 geltende nationale Regelung für eine freiwillige „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnung.

Erhebliche Verunsicherung lösten letztlich Meldungen aus der Geflügelindustrie aus: Sowohl die Geflügelmäster als auch die Legehennenhalter meldeten über ihre Verbände, dass sie angesichts einer sich abzeichnenden Angebotsknappheit an gentechnikfreiem Soja sowie des vermehrten Anbaus von gentechnisch veränderten Sojabohnen in Brasilien nicht mehr in der Lage seien, die Gentechnikfreiheit der Fütterung zuzusichern. Der jüngst stark gewachsene Anbau von Gentechnik-Soja führe immer häufiger zu „Kreuzkontaminationen“, und auch auf dem Produktionsweg, bei der Lagerung und beim Transport sei die Gefahr von Kontaminationen drastisch gestiegen.

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