Genossenschaftsverband - gerechte Lösung eingefordert

26.09.2013

Einstimmig sprachen sich die in den Fachrat entsandten Vertreter gegen eine Benachteiligung von Agrargenossenschaften bei der nationalen Umsetzung der EU-Agrarpolitik aus. © Karsten Bär

Mit einer einstimmig beschlossenen Resolution hat sich der Fachrat Agrargenossenschaften des Genossenschaftsverbandes für eine gerechte Lösung bei der nationalen Umsetzung der Brüsseler Beschlüsse zur künftigen Gemeinsamen Agrarpolitik ausgesprochen. Man wolle sich der Diskussion um mehr Gerechtigkeit nicht entziehen, sagte Dr. Gerald Thalheim von der Bereichsleitung Ware/Agrar des Genossenschaftsverbandes auf der Fachratssitzung vergangene Woche bei der Agrarset Naundorf eG in Sachsen. Daher fordere man, dass die vorgesehene höhere Förderung der ersten Hektare anteilig auch den Mitgliedern von Agrargenossenschaften für ihre gemeinschaftlich bewirtschaftete Fläche zukommt. „Das wäre eine gerechte Lösung“, betonte Thalheim, der jedoch zugleich einräumte, dass diese Forderung „schwer durchsetzbar“ sei.

 

Gegen eine Benachteiligung von Agrargenossenschaften


Mit der Resolution reagieren die im Genossenschaftsverband organisierten Agrargenossenschaften auf die Forderungen der fünf Landwirtschaftsminister der Grünen, den von der EU vorgesehenen nationalen Spielraum voll auszuschöpfen und bis zu 30 % des Direktzahlungsbudgets für die Aufstockung der Hektarbeträge kleinerer Betriebe einzusetzen. Damit würden weniger Mittel für die übrigen Betriebe zur Verfügung stehen, die Direktzahlungen an die Agrargenossenschaften in den neuen Bundesländern müssten massiv gekürzt werden. Getroffen würden damit aus Sicht des Genossenschaftsverbandes nicht nur die Landwirtschaftsbetriebe selbst, sondern auch die strukturschwachen ländlichen Räume, in denen Handwerker und Dienstleister eine rückläufige Auftragslage verkraften und zahlreiche Leistungen, die Agrargenossenschaften für Kommunen und Vereine erbringen, drastisch eingeschränkt werden müssten. „Die Umsetzung dieser Vorschläge würde de facto eine Umverteilung vom Osten in den Süden und Südwesten Deutschlands bedeuten“, sagte Thalheim. Dar­über hinaus würden entsprechende Forderungen die tatsächliche Einkommenssituation der Begünstigten völlig unberücksichtigt lassen, kritisierte er. Angaben des Genossenschaftsverbandes zufolge  bewirtschaften dessen Agrargenossenschaften im Durchschnitt 1 400 ha und haben 44 Mitglieder und 23 Beschäftigte. Auf ein Mitglied bzw. einen Beschäftigten kämen demnach 32 bzw. 60 ha. Dies sei nicht mehr, als in einem durchschnittlichen Familienbetrieb auf eine Familienarbeitskraft komme.

 

Fachrat tagte


Nach der Fusion des Mitteldeutschen Genossenschaftsverbandes mit dem in Frankfurt/Main ansässigen Genossenschaftsverband tagte der Fachrat Agrargenossenschaften vergangene Woche erstmals gemeinsam mit den Vertretern aus Sachsen und Thüringen. Insgesamt sind rund 200 vormals mitteldeutsch organisierte Agrargenossenschaften in den erweiterten Verband übergegangen, dem derzeit ca. 650 landwirtschaftliche Genossenschaften angehören.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr