Genossenschaften sehr optimistisch

19.06.2014

© Deutsche-Raiffeisen-Verband

Der Deutsche-Raiffeisen-Verband meldet eine Umsatzsteigerung im zweistelligen Prozentbereich.

Die im Deutschen Raiffeisenverband (DRV) organisierten 2.385 genossenschaftlichen Unternehmen, darunter rund ein Drittel Agrargenossenschaften, befinden sich weiter im Aufwind. Wie DRV-Generalsekretär Dr. Henning Ehlers am Mittwoch vergangener Woche vor Journalisten in Berlin mitteilte, erzielten die Unternehmen 2013 einen Umsatz von 68,7 Mrd. €; das entspreche einem Zuwachs von 13,5 % gegenüber dem Vorjahr. Als Ursachen für den erneuten Zuwachs nannte Ehlers höhere Preise sowie anhaltende Erfolge im Export. Die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr beurteilt der DRV-Generalsekretär denn auch sehr optimistisch. Die aktuelle gesamtwirtschaftliche Konjunkturlage beflügele den Agrarhandel, erklärte Ehlers.

Unterdessen bescheinigte der Leiter des Fachgebiets Kooperationswissenschaften an der Berliner Humboldt-Universität, Prof. Dr. Markus Hanisch, den Genossenschaften in der Agrar- und Ernährungswirtschaft auch gute Zukunftschancen. Der Wissenschaftler verwies in seinem Vortrag im Rahmen des DRV-Wirtschaftsforums auf ein sich änderndes Marktumfeld mit einer prognostizierten Verfünffachung der Produktionsausweitung in Schwellenländern sowie fortschreitender Konzentration auf allen Seiten des Marktes.

Zurückhaltend äußerte sich Hanisch zu übergreifenden Merkmalen erfolgreicher Genossenschaften. Große Genossenschaften mit einer starken Marktposition setzen seinen Angaben zufolge zunehmend auf Internationalisierung. Sie führten zudem Innovationen in Management und Gremienstrukturen ein, um den neuen Anforderungen an das Risikomanagement gerecht zu werden. Die Erfahrung zeige auch, dass mit zunehmendem Umsatzvolumen immer mehr Experten Einzug in Führungs- und Aufsichtsgremien halten und die Trennung von genossenschaftlichem Betrieb und operativem Geschäft diskutiert werde, so Hanisch. Der Wissenschaftler machte zugleich darauf aufmerksam, dass auch in den großen Genossenschaften typisch genossenschaftliche Spielregeln wie Kopfstimmrecht, Regionalität sowie Mitbestimmung nach wie vor für mehr als 80 % der Unternehmen charakteristisch sind. Künftigen Forschungsbedarf sieht der Ökonom vor allem in der möglichen Veränderung der Gremienstrukturen und der Mitgliedererwartungen vor dem Hintergrund sich rasch wandelnder Marktbedingungen. Daneben müsse man der Frage nachgehen, inwieweit Genossenschaften positive Effekte auf die Marktstruktur haben.

Erfolg in der Landwirtschaft
Ansatzpunkte für eine gute Betriebsentwicklung legte Vorstandsvorsitzender Andreas Thiele von der Agrargenossenschaft Wörmlitz (Jerichower Land) in Berlin dar. Sein 60 Mitglieder umfassendes Unternehmen setze auf soziale Verwurzelung und intensive Nachwuchsarbeit − der Wettbewerb um gute Fachkräfte beginne heute schon in den Schulen. Also reiche man täglich 200 Mittagessen aus, bringe schon den Kindern die Attraktivität landwirtschaftlicher Berufe nahe. Viel hänge auch vom Vorstand und dessen Vorsitzenden sowie der aktiven Erschließung neuer Geschäftsfelder ab. 

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