Genetische Ursache für Kälberverluste entdeckt

21.07.2015

Kälber in Gruppenhaltung © Anja Nährig

Einer Forschungsgruppe des vit in Verden, des Tierzuchtinstituts Kiel, der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover sowie der TU München ist es gelungen, eine genetische Disposition für erhöhte Kälberverluste bei Rindern der Rasse Holstein zu entdecken. Die Gruppe griff Hinweise aus der Praxis über eine unzureichende Entwicklung von Kälbern ähnlicher Abstammungen sowie ihrer nicht therapierbaren tödlichen Durchfallerkrankungen auf.

 

Basierend auf den Möglichkeiten der Genomanalyse wurde ein Abschnitt im Erbgut (Haplotyp) identifiziert, der mit erhöhter Kälbersterblichkeit einhergeht. Ebenfalls ermittelte die Gruppe eine Beziehung zwischen der entdeckten, veränderten Genomregion und einem gestörten Cholesterinstoffwechsel. Verwandtschaftsanalysen ergaben, dass der einflussreiche nordamerikanische Bullenvater Maughlin Storm Träger dieser Mutation ist. Durch seinen intensiven Einsatz und den seiner Nachkommen konnte sich diese Mutation über mehrere Generationen international in nahezu allen Holstein-Populationen verbreiten.

 

Mit Hilfe des aus den Erkenntnissen entwickelten Haplotypentests lässt sich mit ca. 80 % Sicherheit vorhersagen, welche Tiere eine erbliche Veranlagung für diese Erkrankung aufweisen. Auswertungen des vit ergaben eine Frequenz von ca. 8 % Anlageträgern in der deutschen Holsteinpopulation. Daraus ergibt sich, dass rund 0,16 % der aktuell geboren Kälber die Mutation homozygot tragen und erkranken. Die Anpaarung identifizierter Anlageträger kann durch Nutzung der Haplotypeninformation vermieden werden. Dies stellt eine Maßnahme dar, Kälberverluste zu vermindern.

 

Die Forschungsgruppe arbeitet derzeit an der Identifikation der ursächlichen Mutation, um die Sicherheit der Trägervorhersage zu erhöhen. Gleichzeitig werden die Ergebnisse auf der im Juli stattfindenden Interbulltagung in Orlando vorgestellt, um das weitere internationale Vorgehen abzustimmen. Im Anschluss an die Tagung werden Listen mit betroffenen Bullen auf der Homepage des vit veröffentlicht.

 

Für weitere Informationen steht Dr. Rensing von vit, Verden (stefan.rensing@remove-this.vit.de) als Ansprechpartner zur Verfügung

 

 

 

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