Gemeinsame Agrarpolitik (GAP)

12.04.2017

© Thomas Tanneberger

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU-Staaten, vor 60 Jahren mit der Unterzeichnung der Römischen Verträge durch die sechs Gründungsmitglieder Deutschland, Frankreich, Italien sowie die Benelux-Staaten geschaffen, muss sich nach ihrer ursprünglich primären Ausrichtung auf die Ernährungssicherung künftig noch weiter auf das Erreichen der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) der Vereinten Nationen (UN) konzentrieren. Das hat EU-Agrarkommissar Phil Hogan am 28. März beim „10. Zukunftsforum Landwirtschaft“ in Brüssel festgestellt. Im Bereich Nachhaltigkeit werde durch die GAP, die ob ihrer positiven Wirkung auf die Ernährungssicherung eine „einmalige Erfolgsgeschichte“ sei, zwar bereits ein großer Beitrag geleistet; dieser müsse jedoch ausgebaut werden.

 

Mehr Geld für die Dörfer?


Zudem müsse sich die GAP in Zukunft noch stärker auf die generelle Entwicklung des ländlichen Raums konzentrieren, denn gerade die Gebiete fern der urbanen Zentren gehörten zu den ärmsten in Europa. Hier setzte auch der ehemalige EU-Agrarkommissar und heutige Präsident des Europäischen Forums Alpbach, Dr. Franz Fischler, an. Er betonte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Agra-Europe die Forderung, dass die Fördermittel aus der GAP breiter auf den ländlichen Raum ausgerichtet sein sollten; dies würde auch der Landwirtschaft zugutekommen. Zudem forderte er, die Diskussion um die GAP nach 2020 stärker auf die gesetzten Ziele zu konzentrieren und nicht bereits im Vorhinein um die Ausgestaltung zu streiten.


Der italienische Europaabgeordnete Prof. Giovanni La Via sprach sich ebenfalls dafür aus, weniger Geld in die Erste Säule zu stecken. Insgesamt müssten aber nach 2020 mehr Mittel in den EU-Agrarhaushalt fließen als heute, um einen Beitrag zum Erreichen der SDG leisten zu können.

 

Missmanagement gefördert?


Prof. Allan Buckwell vom Institut für Europäische Umweltpolitik (IEEP) hält die heutige Agrarpolitik der Gemeinschaftsländer für dringend reformbedürftig. Die Direktzahlungen als Einkommensgarantien würden in ihrer jetzigen Form regelrecht Missmanagement fördern, monierte Buckwell. Der Vorsitzende der Familienbetriebe Land und Forst, Michael Prinz zu Salm-Salm, pflichtete ihm bei und regte ebenso eine stärkere Ausrichtung der GAP auf das Erreichen der SDG an. Allerdings bräuchten gerade die Landbesitzer mehr Verlässlichkeit durch eine langfristige Agrarpolitik, mahnte Prinz Salm.

Themen: EU, Agrarpolitik, GAP

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