Gefahr zieht auf

02.12.2015

Klima © Sabine Rübensaat

Vor allem in Nord- und Ostdeutschland muss sich die Landwirtschaft infolge vermehrter sommerlicher Trockenperioden auf Ertragsminderungen etwa bei Winterweizen und Silomais einstellen, so das Umweltbundesamt (UBA) zu den Forschungsergebnissen. Demgegenüber könne es in den kühleren Gebieten mit genügend Wasserversorgung, etwa im Nordwesten Deutschlands, auch zu Ertragszunahmen kommen.  


Vermehrte Hitzeschäden durch extrem heiße Tage erwarten die Autoren vor allem in Ostdeutschland, dem Rheintal und Süddeutschland. Dagegen werde das bislang in Süddeutschland und den Mittelgebirgslagen bestehende Ausfallrisiko durch Wechselfröste geringer. Deutschlandweit und über alle Pflanzenarten hinweg werde sich durch den Klimawandel der Druck durch Schädlinge verstärken. Sie dürften von milderen Wintern profitieren. Dagegen würden Pilzkrankheiten bei Erwärmung seltener, heißt es in der Studie. Zu erwarten sei außerdem ein früherer Vegetationsbeginn, was sich allerdings positiv für die Betriebe auswirken könne. So könne zum Beispiel der Anbau Wärme liebender Nutzpflanzen wie Sojabohnen möglich werden.


Die Anpassungsfähigkeit der Landwirtschaft an die Erderwärmung wird in der Studie als mittel bis hoch bewertet. Aufgrund der großen Verfügbarkeit von Sorten und Fruchtarten für die verschiedensten Klimaregionen und der Möglichkeit eines schnellen Umbaus könne die Landwirtschaft gut und kurzfristig reagieren.


In der Forstwirtschaft sehen die Experten insgesamt eine mittlere Anpassungskapazität. Problematisch seien unter anderem die hohen Kosten des Waldumbaus.


Positiv wirkten sich die breite Streuung des Besitzes in der Forstwirtschaft und die daraus resultierende Vielzahl an Bewirtschaftungsmaßnahmen aus. Dadurch werde auch eine Vielzahl unterschiedlicher Anpassungskonzepte abgedeckt. Als Folgen des Klimawandels werden in der Studie für den Wald das Auftreten von Schädlingen und der Wassermangel genannt. Darunter werde die Holzproduktion leiden. Vor allem für Fichte und Buche verschlechterten sich die Bedingungen entlang einer Achse von Rheinland-Pfalz über Hessen bis hin nach Ostdeutschland.


Deutschlandweit sei schließlich mit einer kräftig erhöhten Waldbrandgefahr zu rechnen. Zur Klimawirkung „Schäden durch Windwurf“ seien keine belastbaren Aussagen für die Zukunft möglich, weil die Klimaprojektionen in dieser Hinsicht sehr unsicher seien. Die Ergebnisse der Studie, die auf Modellberechnungen und Experteninterviews basiert, fließen in den Fortschrittsbericht zur Deutschen Anpassungsstrategie ein.

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