Freud und Leid der Schweinebauern

12.05.2015

© Sabine Rübensaat

Tierwohlinitiative - große Nachfrage

Wie die Trägergesellschaft der Initiative mitteilte, haben sich insgesamt 4 653 Landwirte mit zusammen rund 25,5 Millionen Schweinen für das Tierwohlprogramm registrieren lassen. Der Geschäftsführer der Initiative, Dr. Alexander Hinrichs, und der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, zeigten Freude. „Die Resonanz unserer Schweinehalter auf die Initiative Tierwohl übertrifft alle Erwartungen. Die Teilnehmerzahlen dokumentieren, dass unsere Tierhalter umgehend in zusätzliche Verbesserungen des Tierschutzes investieren, wenn sie die Mehrkosten erstattet bekommen.“  

 

Mehr Geld im Topf ist nötig


Rukwied rief jedoch zugleich die gesamte Wertschöpfungskette dazu auf, allen interessierten Tierhaltern die Beteiligung zu ermöglichen, denn für die Teilnahme kamen mittels Losentscheid lediglich 2 142 Betriebe mit 12,03 Millionen Schweinen zum Zuge. Auch der Generalsekretär des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), Dr. Henning Ehlers, betonte, dass sich nun  doch möglichst alle Absatzkanäle von Fleisch- und Wurstwaren an der Finanzierung beteiligen sollten, damit alle teilnahmewilligen Tierhalter die Aufwandsentschädigung erhielten.

 

Besonderes Verständnis für die Enttäuschung der zunächst nicht berücksichtigten Landwirte zeigte auch der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), Johannes Röring. „Der Finanzdeckel wurde nicht von den Bauern gesetzt, sondern vom Handel“, machte er klar. Dieser zahle seit Anfang Januar 2015 für jedes verkaufte Kilogramm Schweine- oder Geflügelfleisch sowie für Wurst 4 ct in einen Fonds, aus dem die Tierwohlmaßnahmen der Erzeuger bezahlt werden. Dies soll über die Vertragslaufzeit von drei Jahren rund 255 Mio. € einbringen. Kurzfristig müsse es darum gehen, zur Aufstockung der Finanzmittel weitere Handelsunternehmen zur Teilnahme zu bewegen, erklärte Röring. Auch eine Einbeziehung der Gastronomie, des Fleischerhandwerks und der Fleischwarenindustrie sei wünschenswert. Gefordert sieht der Verbandspräsident auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt: „Wir brauchen ein öffentliches Eintreten vonseiten der Bundesregierung für die Brancheninitiative und deren Beitrag zur Verbesserung des Tierwohls.“

 

ISN mit mutiger Kampagne


Um die bislang nicht in den Topf der Initiative Tierwohl einzahlenden Unternehmen aus Einzelhandel, Fleischerhandwerk und Gastronomie ins Boot zu holen, hat die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) die Kampagne „Wanted − mehr Geld für mehr Tierwohl“ gestartet. „Wegducken gilt nicht“, betonte der zweite ISN-Vorsitzende Philipp Schulze Esking am vergangenen Freitag in einer Presseerklärung. Die Schweinehalter hätten geliefert und viel investiert; jetzt müssten sie dafür auch den verdienten Ausgleich bekommen. Die ISN verfolgt laut Schulze Esking das Ziel, Plakate an den Zufahrtsstraßen von Filialen der Unternehmen IKEA und McDonalds sowie vor größeren Vertretungen der Volkswagen AG aufzustellen. Darauf würden diese kurz, prägnant und ganz gezielt mit ihren eigenen Inhalten angesprochen und zur Teilnahme an der Initiative aufgefordert. Die Erstellung der ersten Plakate bezahle die ISN. Schulze Esking appellierte in dem Zusammenhang an seine Berufskollegen, aber auch an alle Unternehmen der Agrar- und Ernährungsbranche, die Initiative zu unterstützen, damit möglichst viele Plakate aufgestellt werden könnten. Über die Projektbörse könne sich jeder beteiligen.

 

www.schweine.net

 

 

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