Fragen zur Milch

23.09.2013

Milchexperten aus Mecklenburg-Vorpommern steckten auf dem MeLa-Forum der BauernZeitung Perspektiven ab: Peter Guhl, Harald Nitschke, Dr. Stefan Weber, Marion Lorz und Dr. Hubert Heilmann zu Gast bei Chefredakteur Dr. Tanneberger (v. l.). © Heike Mildner

Marion Lorz ist optimistisch. Sie rechne mit keinen nennenswerten Einschnitten, sagte die Referatsleiterin Agrarstruktur im Schweriner Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz auf dem MeLa-Forum der BauernZeitung am 13. September in Mühlengeez bei Güstrow. Die Marktlage derzeit sei gut, und wenn man dies so fortschreiben kann, werde die Situation stabil bleiben.

 

Exportmöglichkeiten entwickeln

 

Harald Nitschke, Geschäftsführer Agrar GmbH Ramin und Vorstand der Deutschen Milchkontor eG (DMK) schaute da genauer hin. Ja, eine Mengenausweitung sei schon zu erwarten, bestätigte er. Allerdings zeige die Erfahrung, dass die Märkte Zusatzmengen aufnehmen können. Voraussetzung sei, dass die Exportmöglichkeiten entwickelt werden. Das DMK sei hier gerade in letzter Zeit auf einem sehr guten Weg und baue neue Strukturen im Ausland auf. Wenn das gut weitergehe, sei die für die EU bis 2021 prognostizierte Mehrmenge von 6–7 % gut absetzbar.


Hier stimmte ihm Peter Guhl, Vorstandsvorsitzender der MEG Milch Board w. V., zu. Allerdings führt er für seine ebenfalls gemäßigte Entwicklungsprognose andere Gründe ins Feld. Allein am Baugeschehen sei hier nicht viel abzuleiten. Vielmehr sei eine Vielzahl von Faktoren bestimmend für die Frage, in welchem Verhältnis Angebot und Nachfrage nach 2015 stehen werden. Guhl erinnerte an die stark gestiegenen Getreide- und Futterpreise oder auch die hohen Bodenpreise, die bereits jetzt in erheblichem Maße angebotsdrosselnd wirkten. Diese Faktoren wirkten jedoch ungleichmäßig, weswegen eine aktive Marktsteuerung erforderlich sei.

 

Mehr Verantwortung für die Milcherzeuger


Weniger die Politik als mehr die Molkereien in der Pflicht sah dabei Dr. Stefan Weber, Fachbereichsleiter Betriebswirtschaft/ Rinderhaltung bei der LMS Agrarberatung GmbH Rostock. Die Milchverarbeiter sollten sich die Bedeutung stabiler Lieferantenbeziehungen vergegenwärtigen und künftig mehr Verantwortung für ihre Milcherzeuger übernehmen.


Dringende Notwendigkeit dafür sah Dr. Hubert Heilmann von der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern. Seine Prognose könne nicht so optimistisch ausfallen, so der bekannte Produktionsökonom. Er gehe davon aus, dass eine ganze Reihe von Betrieben derzeit „mit angezogener Handbremse“ produziert und dass deutlich mehr Milch an den Markt kommen wird.  Dann sei ein neues Gleichgewicht zu finden. Die Mengenregelung werde am Ende nur über den Milchpreis erfolgen.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr