Fipronil-Rückstände

23.08.2017

© Sabine Rübensaat

Berlin. Auch in der vierten Woche nach dem Bekanntwerden von Fipronil-Rückständen in ­Eiern und Eiprodukten herrschte noch keine Klarheit über das tatsächliche Ausmaß des ­Skandals in Deutschland. Während der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer vor dem Landtag in Hannover von mindestens 35,3 Mio. belasteten Eiern sprach, die möglicherweise von den Niederlanden allein nach Niedersachsen gelangt seien, hielt das Bundeslandwirtschaftsministerium bis Ende letzter Woche an der eigenen Einschätzung von 10,7 Mio. ­Eiern fest. Meyer berief sich bei seinen Angaben auf Informationen des EU-Schnellwarnsystems für Lebens- und Futtermittel (RASFF). Demgegenüber hatte das Berliner Agrarressort am ­gleichen Tag davor gewarnt, dass die „rein ­mathematische“ Zusammenfassung der Daten des Schnellwarnsystems zu einer „massiven Überschätzung“ der Gesamtzahl an belasteten Eiern führen könnte. Zudem seien nicht alle ­gemeldeten Eier auch in den Handel gelangt. Eine Sprecherin des Ministeriums ergänzte, dass aktuelle Zahlen immer nur eine Momentaufnahme darstellten, die auf die Risikobewertung ­keine Auswirkung hätten. Ihr zufolge hat das Bundeslandwirtschaftministerium dennoch die zuständigen Länder erneut aufgefordert, die ­vorliegenden Erkenntnisse den Bundesbehörden zu übermitteln.


Bis Ende letzter Woche waren nach Angaben der zuständigen Behörden in 17 Ländern der ­Europäischen Union sowie in der Schweiz, Hongkong und dem Libanon belastete Eier beziehungsweise eihaltige Produkte gefunden worden. Darüber hinaus hatte sich die Zahl der ­betroffenen Betriebe in einigen bereits bekanntgewordenen Ländern weiter erhöht. 

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