Fipronil-Rückstände - Interview mit Eric Hubers

18.06.2018

Eric Hubers mit einem Huhn auf dem Arm

Eric Hubers © Privat

Vorsitzender der Fachgruppe Geflügelhalter im niederländischen Bauernverband (LTO) und Vorsitzender der Organisation der niederländischen Eierhändler und -produzenten (OVONED)

Fipronil-Rückstände aus der Krise von 2017

2017 mussten mehrere Millionen niederländische Eier aus dem Handel in Deutschland zurückgerufen werden, da Rückstände des Insektizids Fipronil in ihnen festgestellt worden waren. Einige Legehennenhalter hatten damals Fipronil einem Reinigungsmittel beigemischt und damit ihre Ställe desinfiziert. Sowohl das niederländische Agrarministerium als auch holländische Erzeugerorganisationen versicherten, alles im Griff zu haben, damit eine Verunreinigung mit Fipronil in Eiern nicht wieder vorkommt. Anfang Juni stellten Kontrollstellen in Niedersachsen nun erneut in holländischen Bio-Eiern Rückstände von Fipronil fest, die über dem zulässigen Grenzwert liegen. 

  • Herr Hubers, wie erklären Sie sich das?

Die Eier stammen aus zwei Bio-Betrieben, in denen bereits 2017 Fipronil-Rückstände festgestellt worden waren. Sie gehörten damals zu den gesperrten Eierproduzenten. Daher gehen wir davon aus, dass es sich, trotz intensiver Reinigungsmaßnahmen, um alte Fipronil-Rückstände aus 2017 handelt.

  • Wie konnte das passieren?

Fipronil lässt sich nur sehr schwer aus den Böden und dem Mauerwerk der Ställe entfernen. Es setzt sich in den Poren fest. In beiden Betrieben sind nach den Reinigungsmaßnahmen das erste Mal. wieder neue Hühner eingestallt worden. Die Betriebe galten als frei und die Eier waren zunächst nicht belastet. Entweder haben die Hennen nach und nach Fipronil aus den Stallwänden und -böden aufgenommen oder – die andere Möglichkeit – es hat sich noch im Auslauf befunden und wurde damals von den Tieren mit rausgetragen. Denn wir hatten Stallpflicht und die Hennen wurden erst im April wieder rausgelassen. Hinzu kommt, dass man heute sehr genaue Messmethoden hat. Der Fipronilanteil in den Eiern ist sehr gering und eigentlich nicht gesundheitsschädigend.

  • Wie sehen die nächsten Schritte der niederländischen Behörden aus?

Wir haben die  Kontrollen verschärft. Insbesondere werden die Legehennenhalter, bei denen 2017 Fipronil nachgewiesen worden war, intensiv kontrolliert und beprobt. Wir führen ein Monitoring durch. Unsere Sorge ist natürlich, dass noch mehr Betriebe erneut Eier mit Fipronil-Rückständen produzieren könnten. Auch die Geflügelhalter sind sehr beunruhigt. Aber im Grunde sind sie selbst dafür verantwortlich, dass die Eier nicht belastet sind. Ich persönlich hoffe, dass das Vertrauen der deutschen Verbraucher in holländische Eier nicht verloren gegangen ist.

Themen: Fiponil, Insektizid, Eier,

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr