Finstere Zeiten

27.11.2015

© Sabine Rübensaat

Betriebsgelände (Rinderställe)

Die Unternehmensergebnisse der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland sind im Wirtschaftsjahr 2014/15 noch stärker als erwartet zurückgegangen. Dieses Resümee hat der Verband der Landwirtschaftskammern (VLK) aus den ersten vorliegenden Buchführungsergebnissen gezogen. Wie der VLK  berichtete, wurde im Durchschnitt aller erfassten Betriebe sämtlicher Regionen eine Abnahme des Gewinns zwischen 44 % und 49 % festgestellt. Die Unternehmensergebnisse erreichten im Bundesmittel etwa 40 000 Euro, im Saarland sogar nur 33 000 Euro. Der fünfjährige Durchschnitt wurde um bis zu 50 % verfehlt.


In den Bundesländern mit einer Landwirtschaftskammer lag die Nettorentabilität der Betriebe laut VLK bei 52 bis 66 %, sodass
die Produktionsfaktoren Arbeit, Kapital und Boden dort nicht vollständig entlohnt werden konnten. Auf einen Unternehmergewinn mussten die Landwirte vollständig verzichten. Damit ähnelte die Wirtschaftlichkeitssituation der des Krisenjahres 2009/10. Wie der VLK mit Blick auf die Entwicklung in den einzelnen Produktionszweigen weiter ausführte, waren die Ernteerträge 2014 im Ackerbau zwar recht erfreulich, führten jedoch zu überversorgten Märkten bei nicht auskömmlichen Agrarpreisen. Daneben hätten sich die Preiseinbrüche im tierischen Segment als „verheerend“ erwiesen; im Betriebsergebnis seien die schlechten Preise deutlich stärker als die im Zeitverlauf wirksam ­gewordenen Kostensenkungen durchgeschlagen.


Die Folgen waren dem Verband zufolge beträchtliche Eigenkapitalverluste und große Liquiditätsprobleme – vor allem bei den Milchviehbetrieben. Eine grundsätzliche Erholung der Märkte ist nach der Prognose der Kammern noch nicht in Sicht. Das aktuelle Wirtschaftsjahr 2015/16 dürfte ähnlich kritisch werden.

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