Familienbetriebe: Produktiver und effizienter werden

28.07.2014

© Thomas Tanneberger

Kleinbauernhöfe prägen die Agrarstruktur in vielen Regionen. Gerd Sonnleitner setzt sich als UN-Sonderbotschafter für ihre Stärkung ein.

Nur eine von bäuerlichen Einzel- und Mehrfamilienbetrieben geprägte Landwirtschaft wird die Probleme der Ernährungssicherung, des nachhaltigen, effizienten Wirtschaftens und des Klimaschutzes lösen können. Dies erklärte der UN-Sonderbotschafter für bäuerliche Familienbetriebe und Ehrenpräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, am vergangenen Montag auf einem Symposium des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt in Magdeburg. „Wo Landwirte heute gut organisiert sind, ist die Ernährungssituation der Bevölkerung auch besser.“ Einzig den Fokus auf den Schutz kleinbäuerlicher Landwirtschaft zu richten, sei hingegen keine Lösung, sagte Sonnleitner vor rund 150 Teilnehmern aus Landwirtschaft, Politik, Verwaltung und Wissenschaft. „Wer fordert, nur in kleinbäuerliche Landwirtschaft zu investieren, will die Armut zementieren“, stellte Sonnleitner fest. Kleinbauern müssten vielmehr ertüchtigt werden, sich zu organisieren und zu produktiven Einheiten zu entwickeln. Dies erfordere verlässliche politische Rahmenbedingungen, konsequente landwirtschaftliche Aus- und Fortbildung und die Gründung bäuerlicher Selbsthilfeorganisationen.

Weiterhin forderte Sonnleitner eine breite Eigentumsstreuung der Flächen in den Händen von Land- und Forstwirten und der Landbevölkerung. „Die bäuerlichen Unternehmer müssen frei über die Größe und Ausrichtung ihrer Betriebe entscheiden können“, betonte Sonnleitner. Diese Freiheit sei ein „hohes Gut in unserem demokratischen Rechtssystem“. Dabei solle man keine Gegensätze zwischen Betrieben unterschiedlicher Größe konstruieren. Gerade die Erfahrungen im Zuge der deutschen Wiedervereinigung hätten gezeigt, dass unternehmerischer Erfolg in der Landwirtschaft nicht an die Betriebsgröße gebunden sei.

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