EU-Milchmarkt

17.02.2017

© Montage Annika Schäfer

Im Zuge der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) dürfte es auch zu Anpassungen an der europäischen Milchmarktpolitik kommen. Auf dem „Milchgipfel“ in der sächsischen Vertretung in Brüssel forderte EU-Agrarkommissar Phil Hogan die Teilnehmer deshalb auf, sich in die Debatte um die anstehende Agrarreform einzubringen. Eine der größten Herausforderungen mit Blick auf den Milchmarkt sieht der Ire darin, die enorme Preisvolatilität bei den Milcherzeugnissen in den Griff zu bekommen.

 

Zukunft ohne Briten


Im Hinblick auf die GAP-Reform gab Hogan zu bedenken, dass die europäische Politik durch den geplanten Austritt Großbritanniens in ihren Budgets eingeschränkter sein werde. Diese werde sich mit Sicherheit auch auf den Agrarhaushalt auswirken. Daher müssten die vorhandenen Finanzmittel noch effizienter eingesetzt werden, betonte der Agrarkommissar. Eher skeptisch beurteilt Hogan daher das Mittel direkter Preisstützungen durch die Politik. Rückendeckung erhielt Hogan in diesem Punkt vom CDU-Europaabgeordneten Dr. Peter Jahr. Solche Maßnahmen wären vergleichsweise teuer, erklärte dieser. Handlungsbedarf bestehe eher bei der Ausgestaltung der Verträge zwischen Erzeugern und Molkereien. Mengen und Auszahlungspreise müssten zwischen Landwirt und Molkerei künftig klarer als bisher verabredet werden. Am Getreidemarkt funktioniere das ja schließlich auch, so Jahr.

 

Pro und Kontra Intervention


Der neue Leiter des Brüsseler Büros des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Dr. Simon Schlüter, hält es nach wie vor für geboten, die Position der Milcherzeuger in der Lebensmittelkette zu stärken. Wie Jahr bekräftigte auch Schlüter, dass für die Landwirte bessere Verträge erforderlich seien. Im Fall von Preiseinbrüchen seien Interventionskäufe weiterhin ein unverzichtbares Mittel.


Dem wollten sich der Generaldirektor Landwirtschaft der EU-Kommission, Dr. Jens Schaps, und der Hauptgeschäftsführer des
Milchindustrie-Verbandes (MIV), Eckhard Heuser, nicht ohne Weiteres anschließen. Beide halten die Intervention zwar ebenfalls für ein wichtiges Mittel, um kurzfristig Preiseinbrüche abzufedern. Sie mahnten jedoch einen verantwortungsvollen Umgang mit diesem Instrument an. Heuser forderte insbesondere ein vorsichtiges Agieren beim Verkauf der Interventionsbestände.

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