EU-Marktpolitik

28.12.2012

 

 

Brüssel. Die Europäische Kommission sieht den gemeinschaftlichen Milchmarkt gut drei Jahre vor dem Ende der Garantiemengenregelung auf Kurs. Das geht aus dem jüngsten Milchmarktbericht hervor, der Mitte Dezember erschienen ist. Die Behörde zeichnet darin ein insgesamt positives Bild des Sektors - trotz Schwierigkeiten von Erzeugern in bestimmten Gegenden. Kurzfristige Marktschwankungen ließen sich nicht verhindern. Betroffenen Landwirten könne mit gezielten Förderinstrumenten der ländlichen Entwicklung geholfen werden. Die Kommission verweist dazu auf die zusätzlichen Möglichkeiten, die im Rahmen des Gesundheits-Checks 2008/09 geschaffen wurden. Gleichzeitig erinnert sie an die Instrumente des am 3. Oktober vollständig in Kraft getretenen Milchpakets, das den Landwirten erstmals im EU-Recht die Möglichkeit zur Bündelung ihres Angebots eröffnet. Die EU-Beamten lassen jedoch keinen Zweifel daran, dass die „sanfte Landung“ mit einer jährlichen einprozentigen Erhöhung der Quotenmenge insgesamt reibungslos voranschreitet. In der überwiegenden Mehrzahl der Mitgliedstaaten spielten die Quoten zur Begrenzung der Erzeugung mittlerweile keine Rolle mehr, während der Quotenpreis bereits Null erreicht habe oder sich diesem Wert annähere. Ob nach dem Auslaufen der Quotenregelung 2015 zusätzliche Instrumente zur Absicherung von Erzeugern geschaffen werden sollten, will die Kommission über eine externe Studie ermitteln lassen. Bis Mitte 2014 soll darüber hinaus ein weiterer Bericht mit Handlungsoptionen vorliegen. Die mittel- und langfristigen Aussichten für den Milchsektor werden aufgrund erwarteter Nachfragesteigerungen als günstig gewertet.

 

Konkret erwartet die Kommission eine weitere Ausdehnung der Weltnachfrage aufgrund des Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums vor allem in Schwellenländern. Die EU-Erzeugung soll bis 2022 gegenüber 2009 kumulativ um 8 % zulegen, wobei die Molkereianlieferungen um 10 % steigen dürften. Im letzten Quotenjahr 2014/15 geht die Behörde von Milchanlieferungen rund 6 % unterhalb der erlaubten Obergrenze aus. Das Auslaufen der Regelung soll unter dem Strich nur begrenzte Auswirkungen auf die Milchlieferungen haben. Auf der Nachfrageseite rechnet die Kommission mit einem stabilen bis regen Absatz von Voll- und Magermilchpulver sowie Butter. Das größte Potential sieht sie jedoch am Markt für Käse und Frischmilcherzeugnisse wie Trinkmilch, Sahne und Joghurt. Die Weltmarktanteile der EU dürften trotz eines Produktionsanstiegs bei den meisten Produkten sinken - wegen zusätzlicher Konkurrenz aus anderen Teilen des Globus. Hinsichtlich der Preis- und Kostenentwicklung im ersten Halbjahr 2012 räumt die Kommission ein, dass die Gewinnspannen gegenüber dem Vergleichszeitraum 2011 sanken - im zweiten Quartal wurde das Vorjahresniveau um 24 % unterschritten. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass 2011 ein besonders gutes Jahr für die Erzeuger war. Daneben hebt die Behörde hervor, dass EU-Ware seit 2010 weitgehend problemlos am Weltmarkt abgesetzt werden konnte - und zwar ohne den Rückgriff auf Exporterstattungen. AgE



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