EU-Agrarpolitik: Neue Ziele im Visier

17.10.2016

EU-Flagge © Archiv

Brüssel. Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union sollte stärker auf den Erhalt beziehungsweise die Schaffung von Arbeitsplätzen in den ländlichen Gebieten ausgerichtet werden. Dafür hat sich der Landwirtschaftsausschuss des Europaparlamentes in einem beschlossenen Resolutionsentwurf ausgesprochen. Die EU und ihre Mitgliedstaaten könnten und müssten sogar „das Äußerste tun“, um die Beschäftigung im ländlichen Raum auszubauen, heißt es darin. Als Grund für diese Bestrebungen führt der sozialdemokratische Europaabgeordnete Eric Andrieu, der den Initiativbericht vorgelegt hatte, die negative Rolle der bisherigen GAP an: Sie habe zu einer Intensivierung der Produktion und Konzentration der landwirtschaftlichen Betriebe geführt und daher einen negativen Einfluss auf die Beschäftigung in den ländlichen Gebieten gehabt. Nun müsse die EU-Agrarpolitik  gegensteuern und so ihre Legitimität zurückgewinnen.


Unterdessen haben die EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA) und ländlichen Genossenschaften (COGECA) eine einfachere, aber stärker auf den Betrieb zugeschnittene GAP gefordert. Anlässlich des Kongresses der europäischen Landwirte in Griechenland sprach sich COPA-Präsident Martin Merrild für mehr Ehrgeiz der Europäischen Union beim Abbau der Bürokratie aus, „in der wir ersticken“. Die Vereinfachungsinitiative von EU-Agrarkommissar Phil Hogan werde begrüßt, gehe aber nicht weit genug. Einige der vorgeschlagenen Änderungen erschwerten den Landwirten sogar ihre Arbeit. Auch sollte mittels „Instrumenten auf Betriebsebene“ den Landwirten geholfen werden, sich besser gegen die Risiken volatiler Märkte abzusichern. Zudem sollte die EU-Agrarpolitik die Landwirte dabei unterstützen, die Produktion stärker auf die Wünsche der Verbraucher zuzuschneiden. Als Voraussetzung für verbesserte Wirtschaftsbedingungen für die landwirtschaftlichen Betriebe nannte der COPA-Präsident auch „gute Infrastrukturen“ und einen Breitband-Internetzugang. 

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