Erster DBV-Erntebericht – Verhaltener Auftakt

23.08.2013

Ernteauftakt © DBV

Start in die Getreideernte

Nach einem durchaus schwierigen Vegetationsjahr starteten die deutschen Landwirte mit einer Verzögerung von 10 bis 14 Tagen in die Getreideernte. Das hochsommerliche Wetter hat einen zügigen Start der Ernte unter guten Druschbedingungen ermöglicht, stellt der Deutsche Bauernverband (DBV) in seinem ersten Erntebericht fest. Dieser basiert auf Umfragen unter den Landesbauernverbänden über die tatsächlich geernteten Mengen.

Durchschnittliche Ernteerträge

In einigen Gegenden wie in Baden, in Brandenburg, im Rheinland sowie in Sachsen-Anhalt ist die Gerstenernte schon weit fortgeschritten. In Höhenlagen sowie auf schwereren Ackerböden und im nördlichsten Bundesland Schleswig-Holstein wird die Gerstenernte dagegen erst in den nächsten Tagen richtig losgehen. Die Anbaufläche der Wintergerste zur Ernte 2013 beträgt 1,2 Millionen Hektar. Gegenüber der im vergangenen Jahr aufgrund massiver Auswinterungsschäden reduzierten Wintergerstenfläche entspricht dies einem Flächenzuwachs von mehr als 100.000 Hektar. Nach den bisherigen Ernteergebnissen ist davon auszugehen, dass die Erträge mit gut 6,4 Tonnen pro Hektar durchschnittlich ausfallen werden. Regional sind die Erträge jedoch sehr unterschiedlich – von einem Ertragsrückgang gegenüber dem Vorjahr um 15 % bis zu einem um 20 % höheren Ertrag als in der ver­gangenen Ernte wird berichtet.

Hohe Erwartungen wurden nicht erfüllt

Insgesamt enttäuschen die bisher durchschnittlichen Erträge jedoch. Denn das prinzipiell für Wintergetreide vorteilhafte kühle und feuchte Wetter im Frühjahr hatte zu höheren Ertragserwartungen geführt, die nun nur in wenigen Fällen erfüllt werden können. Unter Zugrundelegung der Anbaufläche ist eine Wintergerstenernte in Höhe von gut 7,7 Millionen Tonnen zu erwarten. Dies entspräche gegenüber dem Vorjahr einer um gut 650.000 Tonnen höheren Erntemenge. Angesichts des derzeit guten Druschwetters kann Wintergerste zum überwiegenden Teil mit Feuchtegehalten von 12 bis 15 % geerntet werden. Dies erspart eine energieaufwendige, kostenträchtige Trocknung des Erntegutes.

Rapsernte durchschnittlich bis gut

Nach der Wintergerste folgt die Rapsernte. Die Verzögerungen in der Abreife haben jedoch dazu geführt, dass Raps bisher so gut wie gar nicht gedroschen werden konnte. Die Ertragserwartungen an den auf 1,4 Millionen Hektar angebauten Winterraps sind – mit regionalen Unterschieden – durchschnittlich bis gut. Abzuwarten bleibt, inwieweit sich die durch das kühle und feuchte Frühjahr verkürzte Blütezeit auf die Erträge ausgewirkt hat und wie die Ölgehalte ausfallen werden.

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