Ernteeinschätzung des Ministeriums

31.08.2016

Ernte © Sabine Rübensaat

Auch das Bundeslandwirtschaftsministerium schätzt die diesjährige deutsche Getreide- und Rapsernte deutlich kleiner als im Vorjahr, weist aber auf eine große regionale Schwankungsbreite bei den Ergebnissen hin. In seiner in Berlin vorgelegten Erntebilanz taxiert das Agrarressort die Getreideproduktion auf Basis der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung (BEE) einschließlich Körnermais auf 45,50 Mio. t, womit das mehrjährige Mittel um 2,5 % und das Vorjahresniveau um fast 7 % verfehlt würde. Allerdings liegt die Schätzung deutlich über der des Deutschen Bauernverbandes (DBV) von 43,55 Mio. t. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) veranschlagte das Aufkommen zuletzt auf 44,87 Mio. t und sah sich jetzt in seiner Schätzung durch die Zahlen des Agrarressorts bestätigt.


Nach den bisher vorliegenden Messungen erreiche der mittlere Hektarertrag für alle Getreidearten 71,7 dt und liege damit um 4,5 % unter dem Wert des Vorjahres, aber auf dem Niveau des mehrjährigen Mittels, berichtete das Ministerium. Für Winterraps weist es eine gegenüber 2015 ebenfalls um 7 % kleinere Ernte aus, und zwar von 4,66 Mio. t. Sollte sich diese Schätzung bestätigen, wäre das diesjährige Raps­aufkommen um fast 11 % hinter dem mehrjährigen Mittel geblieben. Die Ölgehalte der bisher untersuchten Rapsproben sollen zudem niedriger liegen als in den beiden Vorjahren. DBV und DRV veranschlagten das Raps­aufkommen auf jeweils 4,47 Mio. t. Die Meldungen aus den einzelnen Bundesländern bestätigten auch in der vergangenen Woche das regional sehr heterogene Bild bei Erträgen und Qualitäten.


Die aktuelle Vegetationsperiode war nach Darstellung des Agrarressorts durch erhebliche pflanzenbauliche Herausforderungen geprägt. 2016 hätten  in weiten Teilen des Landes phasenweise zu reichliche Niederschläge und der damit verbundene Krankheitsdruck Anlass zur Sorge gegeben. Insbesondere während der Blüte und der Kornbildungsphase des Getreides hätten die „suboptimalen“ Wachstumsbedingungen dafür gesorgt, dass sich die anfangs optimistischen Ernteerwartungen überwiegend nicht erfüllt hätten. Zum Teil seien Schläge mit erhöhten Feuchtigkeitsgehalten gedroschen worden, um Qualitätsverschlechterungen zu verhindern.

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