Erntebericht

10.08.2016

Ernte © Sabine Rübensaat

Die deutschen Bauern sind über den geringen Erntefortschritt in den vergangenen Wochen sehr besorgt, nachdem die bisherigen Ergebnisse der Getreide- und Winterrapsernte enttäuschend ausfielen. Dies geht aus dem zweiten Erntebericht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hervor. Demnach verhinderten bundesweit häufige Niederschläge eine kontinuierliche Fortsetzung der Ernte. Zwar sei der Drusch der Wintergerste bereits überwiegend beendet und der Winterraps auf drei Viertel des Anbauareals geerntet, so der DBV. Dagegen gestalte sich das Einbringen von Winterweizen und Roggen wegen der unbeständigen Witterung schwierig.


Mit Blick auf die Erträge der Wintergerste verzeichnete der DBV im Bundesdurchschnitt einen Rückgang um 10 dt/ha oder fast 13 % auf 67 dt/ha, wobei das Minus in einer Bandbreite von 10 bis 20 % und regional sogar bei bis zu 35 % lag. Durch die gegenüber dem letzten Jahr leichte Ausweitung der Anbaufläche um 23 600 ha auf 1,28 Mio. ha belaufe sich das diesjährige Aufkommen auf schätzungsweise 8,6 Mio. t Wintergerste, womit das Vorjahresergebnis um mehr als 10 % verfehlt werde. Allerdings dürfte die Durchschnittsernte der vergangenen fünf Jahre von 8,26 Mio. t Wintergerste übertroffen werden.


Indes erwartet der DBV mit Blick auf die Winterweizenerträge einen Rückgang um 10 bis 20 %. Diese Prognose sei allerdings noch mit großen Unsicherheiten behaftet, denn aufgrund des unbeständigen Wetters sei die Ernte in einzelnen Regionen Deutschlands erst zu maximal einem Drittel abgeschlossen. Winterweizen stehe in Deutschland auf 3,14 Mio. ha. Außerdem würden auf insgesamt gut 575 000 ha Roggen angebaut, wovon immerhin fast 366 000 ha auf die bedeutendsten Anbauregionen Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt entfielen. Allerdings sei Roggen dort überwiegend erst auf 20 % bis maximal gut einem Drittel der Anbaufläche gedroschen worden. Erste Ergebnisse ließen einen durchschnittlichen Ertrag erwarten. Im Bundesdurchschnitt der vergangenen fünf Jahre seien je Hektar 55 dt Roggen erzielt worden.


Wie der DBV mit Blick auf Winterraps ausführte, dehnten die Landwirte den Anbau 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 50 000 ha auf 1,33 Mio. ha aus. Bislang hätten aber nur bis zu gut drei Viertel dieser Fläche abgeerntet werden könnten. Im Durchschnitt des Bundesgebietes zeichne sich ein Rapsertrag von 34 dt/ha ab. Im Vergleich zum fünfjährigen Durchschnitt entspreche dies einem Minus von fast 11 % und im Vergleich zu 2015 einem Rückgang um rund 13 %. Deshalb werde das bundesweite Rapsaufkommen wahrscheinlich um 500 000 t auf 4,5 Mio. t schrumpfen. Dazu hätten der häufige Befall mit Pilzkrankheiten und der hohe ­Schädlingsdruck beigetragen. Im wichtigsten Rapsanbaugebiet Mecklenburg-Vorpommern seien Auswinterungsschäden und Trockenheit hinzugekommen. Deshalb seien die Hektarerträge dort gegenüber dem Vorjahr um bis zu 35 % zurückgegangen.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr