Erntebericht: Mehr als erwartet

21.08.2014

© Matthias Gulbe

Gute Ernte eingefahren.

Die deutschen Bauern haben unter den schwierigen Witterungsbedingungen des Sommers 2014 mit 50 Mio. t eine mengenmäßig gute Getreideernte eingefahren. Dieses Ergebnis übersteigt die Vorjahresernte um 5 %. Die Rapsernte blieb hingegen auf dem Vorjahresniveau und betrug 5,8 Mio. t. Dies geht aus dem abschließenden Erntebericht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hervor, der auf Meldungen der Landesbauernverbände über die tatsächlich geernteten Mengen beruht und Anfang der Woche veröffentlicht wurde.  

„Die gute Entwicklung der Getreide- und Rapsbestände war bereits seit einiger Zeit erkennbar. Mit 50 Millionen Tonnen Getreide werden unsere Erwartungen durchaus übertroffen; allerdings mussten wir mit zum Teil schwierigen Witterungsbedingungen in der Ernte umgehen“, kommentiert Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, das diesjährige Ernteergebnis. Diese Zahl dürfe außerdem nicht darüber hinwegtäuschen, dass die erzielten Erträge und Qualitäten regional sehr unterschiedlich ausfallen. So seien im Süden und im Westen Deutschlands zum Teil erhebliche Mindererträge zu verzeichnen. „Für die landwirtschaftlichen Betriebe in den betroffenen Regionen ist die wirtschaftliche Lage angesichts der deutlich gesunkenen Erzeugerpreise zusätzlich erschwert“, bemerkte Rukwied beim Erntegespräch am 19. August in Berlin zur aktuellen Marktsituation.

Die Vegetationsbedingungen gestalteten sich im Verlauf des Jahres zunehmend schwierig. Ermöglichte der milde Winter noch einen frühen Vegetationsbeginn, waren die Frühjahrsmonate März und April kritisch. Sie waren durch überdurchschnittliche Temperaturen und wenig Niederschlag gekennzeichnet, sodass die Bodenfeuchte im Wintergetreide nahezu in ganz Deutschland neue Tiefstände erreichte. Erst im Mai setzten Niederschläge ein, die jedoch nicht flächendeckend fielen.

Schwierig gestalteten sich auch die Wetterbedingungen zur Erntezeit in den vergangenen Wochen. Die unbeständige Witterung mit regionalen Unwettern mit Sturm, Starkregen oder sogar Hagel verzögerte die Ernte der reifen Getreidebestände, die vielfach ins Lager gegangen waren. „Für viele meiner Berufskollegen ist die Ernte in den letzten Wochen zu einer echten Hängepartie geworden“, hebt Rukwied mit Blick auf den Erntefortschritt hervor. Insbesondere die Weizenernte habe vielerorts noch nicht abgeschlossen werden können. Laut DBV wird mit 26,2 Mio. t Winterweizen, 9,1 Mio. t Wintergerste, 1,9 Mio. t Sommergerste, 3,9 Mio. t Winterroggen sowie 5,8 Mio. t Winterraps gerechnet.

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