Ernte verzögert sich

13.08.2014

© Sabine Rübensaat

Mähdrescher bei der Ernte

Während die Ernte der Wintergerste in Deutschland bereits weitgehend abgeschlossen ist, haben die teilweise unwetterartigen Niederschläge in der zweiten Julihälfte den Drusch bei den anderen Getreidesorten und beim Raps verzögert. Wie der Deutsche Bauernverband (DBV) am vergangenen Mittwoch in seinem zweiten Erntebericht auf Basis von Meldungen aus den Landesbauernverbänden berichtete, hat die Mitte Juli einsetzende Schönwetterphase das Getreide bei hohen Temperaturen zunächst gut abreifen lassen und einen zügigen Fortgang der Erntearbeiten ermöglicht. Anschließend hätten die immer wieder einsetzenden Regenschauer jedoch zu Ernteunterbrechungen geführt.

Durch die Niederschläge seien die Feuchtigkeitsgehalte der Getreidekörner oft zu hoch. In diesen Fällen sei eine kostenintensive Trocknung des Getreides notwendig, um die Lagerung des Getreides ohne Qualitätsverluste zu ermöglichen. Unwetter und Starkregen hätten zudem dazu geführt, dass Getreideähren abgeknickt und ganze Feldbestände „ins Lager“ gegangen seien. Bei auf dem Boden liegenden Getreidebeständen drohen laut DBV nicht nur Mengen- und Qualitätsverluste; die Ernte sei zudem schwieriger und zeitaufwendiger. Insbesondere die Erzeuger von Winterweizen, mit einer Anbaufläche von 3,17 Mio. ha die wichtigste Getreidekultur in Deutschland, hoffen in den kommenden Tagen auf stabiles, trockenes Wetter.

Die bisherigen Informationen lassen nach Angaben des DBV auf durchschnittliche Erträge in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen schließen; in Bayern und Ostdeutschland ­seien regional auch überdurchschnittliche Werte erzielt worden. Auch die Ernte von Winterroggen war in den Hauptanbaugebieten Brandenburg, Nie­dersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt Ende Juli laut DBV noch nicht sehr weit fortgeschritten.

Weiter vorangeschritten als bei Weizen und Roggen ist nach Angaben des Bauernverbandes die diesjährige Rapsernte, auch wenn es zuletzt regional zu witterungsbedingten Verzögerungen kam. Schon mehr als zwei Drittel der Rapsanbaufläche seien gedroschen, die bisherigen Erträge lägen im Bundesdurchschnitt bei 41 dt/ha. Damit könne bei einer Anbaufläche von rund 1,4 Mio. ha eine Winterrapsernte von 5,8 Mio. t erreicht werden, berichtete der DBV.

Überwiegend zufrieden können die Erzeuger mit dem Druschergebnis bei der Wintergerste sein. Laut Hochrechnung des DBV ist im Bundesmittel ein Ertrag von 73 dt/ha zu erwarten; das wären 4 dt/ha mehr als im guten Vorjahr. Insgesamt rechnet der Bauernverband bei einer Anbaufläche von 1,24 Mio. ha mit einer Steigerung der Produktionsmenge im Vorjahresvergleich um gut 7 % auf 9 Mio. t Wintergerste. Vor zwei Wochen wurde das Ergebnis mit 8,9 Mio. t noch etwas niedriger eingeschätzt. Regional sind dem Bauernverband zufolge jedoch deutliche Ertragsunterschiede zu verzeichnen. Während die Erzeuger in Rheinland-Pfalz das Vorjahresniveau um bis zu 10 % verfehlen könnten, dürften die Landwirte in Ostdeutschland teilweise deutlich mehr Wintergerste je Hektar gedroschen haben als 2013.

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