Eindringlicher Appell an die Pflanzenschützer

19.10.2017

© Sabine Rübensaat

Die Agrochemie kann noch effektiver werden, meint die EU-Kommission.

Brüssel. Die Europäische Kommission hat die EU-Mitgliedstaaten aufgefordert, für eine nachhaltigere Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu sorgen. In dem vorgelegten Bericht zur Umsetzung der Richtlinie zum nachhaltigen Pflanzenschutzmitteleinsatz zieht die Brüsseler Behörde Bilanz über die Fortschritte, die von den EU-Ländern in diesem Bereich bereits erreicht wurden. In dem Papier wird empfohlen, das Verspritzen und Versprühen von Pflanzenschutzmitteln mit Luftfahrzeugen in allen Mitgliedstaaten zu verbieten; Genehmigungen sollten nur unter strengen Auflagen erfolgen. Zudem sollte in öffentlichen Parks, auf Sportplätzen sowie in Krankenhäusern und Schulen der Agrochemieeinsatz verboten oder minimiert werden.



Weiterhin stellt die Kommission in ihrem Bericht fest, dass es Schwierigkeiten gebe, den Schutz der aquatischen Umwelt oder bestimmter Bereiche wie öffentlicher Parks genau zu bewerten, da in den meisten nationalen Aktionsplänen messbare Ziele fehlten. Überdies werde der integrierte Pflanzenschutz in den Mitgliedstaaten nach wie vor zu wenig praktiziert, obwohl sich die Anzahl der von der Europäischen Union zugelassenen Pflanzenschutzmittelwirkstoffe mit geringem Risiko oder nichtchemischen Methoden seit dem Jahr 2009 verdoppelt habe. Insgesamt kommt die Brüsseler Behörde in ihrem Bericht zu dem Ergebnis, dass die EU-Länder bei der Überarbeitung ihrer Aktionspläne die Qualität verbessern müssten. Vor allem sollten spezifische und messbare Ziele sowie Indikatoren für eine langfristige Strategie zur Verringerung der Risiken und Auswirkungen des Pflanzenschutzmitteleinsatzes festgelegt werden.

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