Eigentor im Raps?

21.04.2015

© Sabine Rübensaat

Biene auf Blüte

Während sich die Rapsnotierungen im deutschen Großhandel behaupten (363 €/t, neuerntige Ware knapp 350 €/t) und an der Matif in Paris sogar freundliche Tendenzen gelten (knapp 370 €/t, Augustkontrakt ca. 358 €/t), veröffentlichte das Marktforschungsinstitut Kleffmann eine neue Studie, die die negativen Wirkungen des Verbots neonikotinoider Saatgutbeizen im Rapsanbau aufzeigt. Basis sei eine Umfrage unter mehr als 1 100 deutschen und 400 britischen Rapsanbauern. Sie zeige, dass sich der Einsatz von Insektiziden im deutschen Rapsanbau als Folge der seit Dezember 2013 geltenden EU-weiten Regelung im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht und in Großbritannien verdoppelt hat. Vor diesem Hintergrund sei fraglich, ob sich durch das Neonikotinoidverbot wirklich Umweltverbesserungen erzielen lassen. Eine abschließende Bilanz könne allerdings erst nach zwei Jahren gezogen werden.

 

Fest vom Sinn des Neonikotinoidverbots überzeugt zeigte sich jüngst wiederum die Europäische Wissenschaftsakademie (EASAC). Im Fall einer Wiederzulassung der Beizen bestehe die Gefahr schwerwiegender ökologischer Auswirkungen, so die Einrichtung in einem aktuell veröffentlichten Bericht. Es genüge dabei nicht, den Schutz der Honigbiene in den Vordergrund zu rücken. Vielmehr müsse das Ökosystem Ackerland ganzheitlich betrachtet werden. Zudem stehe der prophylaktische Einsatz von Beizmitteln im Widerspruch zu den Grundprinzipien des integrierten Pflanzenschutzes.

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