Eierkrise und Fipronil-Skandal

09.08.2017

© Sabine Rübensaat

Brüssel/Berlin. Die Krise am Eiermarkt durch mit dem verbotenen Insektizid Fipronil belastete Ware hat sich in der vergangenen Woche von Belgien und den Niederlanden durch Exporte auf Deutschland ausgeweitet. Fipronil-Eier aus den Niederlanden sind nach Angaben der zuständigen Behörden der Bundesländer in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Brandenburg, Bayern, Bremen, Thüringen, Sachsen, Hessen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz in den Handel gelangt. Als Reaktion darauf stoppten die Lebensmitteldiscounter Aldi Süd und Aldi Nord den Verkauf sämtlicher Eier. Rewe und sein Tochterunternehmen Penny ließen alle niederländischen Eier aus dem Regal nehmen. Andere Märkte mühten sich, betroffene Chargen aus dem Verkauf zu bekommen. Die Behörden arbeiten mit Hochdruck an der Aufklärung der Fälle und der Nachverfolgung der Warenströme. Beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wurde ein Lagezentrum eingerichtet, das die Informationen aus den EU-Mitgliedstaaten und den Bundesländern koordiniert. Zudem hat man im Bundeslandwirtschaftsministerium einen Krisenstab gebildet. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat eine Risikoanalyse erarbeitet, in deren Ergebnis eine akute gesundheitliche Gefahr für die deutschen Verbraucher nahezu auszuschließen ist.


Derweil veröffentlichte die niederländische Behörde für Lebensmittelsicherheit (NVWA) bis zum vergangenen Freitag rund 140 Eiercodes von belasteten Chargen. Gesperrt waren bis dahin 180 Höfe, was etwa einem Fünftel der gesamten holländischen Legehennenbetriebe entspricht.

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