Dürre im Wald: Trockenschäden unübersehbar

12.09.2018

© Gerd Rinas

Bundesministerin Julia Klöckner betrachtet geschädigte Baumrinde.

Nicht nur Landwirte sind in diesem Jahr von der Trockenheit hart betroffen – auch Waldeigentümer müssen große Dürreschäden hinnehmen. Darüber informierte sich Bundesagrarministerin Julia Klöckner in Revieren der Forstbetriebsgemeinschaft Waldverein Bansow bei Teterow, Mecklenburg-Vorpommern. 

 

Klöckner sah dort vertrocknete Pflanzungen aus dem Frühjahr. Der Betrieb bemühe sich, Wälder mit Baumarten wie Douglasie oder Vogelkirsche klimaresistenter zu machen. Allerdings seien durch die Dürre zwischen 80 und 100 % der Pflanzungen bei diesen Arten ausgefallen. „Uns sterben die Alternativen weg“, sagte der Vorsitzende der Forstbetriebsgemeinschaft, Holger Weinauge.

 

Auf einem Moorstandort waren vertrocknete Erlen zu sehen. Die waren wegen des Eschensterbens gepflanzt worden. Durch die Trockheit und Hitze in diesem Sommer sind 80 % der neu gepflanzten Erlen auf Moorstand­orten eingegangen, berichtete Weinauge. Nach nur 130 mm Niederschlag von April bis Juli sei das Moor „so schnell trockengefallen, dass es staubte“. Alle möglichen Sämlinge, von Ahorn über Buche bis Kiefer, seien vertrocknet. Die Fichten seien nach dem extrem heißen Sommer vom Borkenkäfer befallen. Geschädigte Bäume würden in wenigen Wochen absterben, die Stämme müssten schnellstens aus dem Wald, so der Experte. 

 

„Es ist dramatisch. Die Schäden werden uns sehr lange begleiten und auch für kommende Generationen noch spürbar sein“, sagte Ministerin Klöckner. Um die Klimaprobleme in den Wäldern zu bewältigen, will sie einen Runden Tisch gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium und Verbänden einberufen. 

 

Auf die Forderung nach Soforthilfen für Waldeigentümer zur Bewältigung der Dürrefolgen reagierte Klöckner zurückhaltend. Das gesamte Ausmaß der Schäden könne erst mit erheblicher Zeitverzögerung festgestellt werden. Das sei auch abhängig vom weiteren Witterungsverlauf. „Wir brauchen verlässliche Zahlen“, so Klöckner. Im Ministerium werde aber bereits geprüft, wie über die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ bei der Behebung der Schäden geholfen werden kann. Der Wald rückt auch auf die Tagesordnung der nächsten Agrarministerkonferenz Ende September, kündigte Klöckner an.

 

Der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW), Philipp Frhr. zu Guttenberg, forderte einen Dürregipfel für die Waldwirtschaft. Dabei gehe es um die Sicherung des Waldes und seiner Funktionen als Speicher von Kohlendioxid und Wasser, für Erholung und Holzgewinnung. 

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