Düngeverordnung: Keine guten Ideen

04.04.2014

© Christina Gloger

Viele Landwirte bezweifeln, dass eine grundlegende Änderung des Düngerechts erforderlich ist.

Die derzeit bereits vorhandene Düngeverordnung habe sich bewährt und werde auch in Zukunft für weitere Verbesserungen im Gewässerschutz sorgen, stellte das DBV-Präsidium in einer Erklärung fest. Zwar räumte man ein, dass eine Novelle der Düngeverordnung aufgrund des von der EU-Kommission förmlich eingeleiteten Vertragsverletzungsverfahrens nicht zu vermeiden sei. In der Sache bedürfe es jedoch keiner grundlegenden Änderung des nationalen Düngerechts.

Eine Absage erteilte das Gremium auch weitgehenden Länderöffnungsklauseln. Stattdessen müsse die Einheitlichkeit des Düngerechts in Deutschland gewahrt werden. Dringend geboten sei es, die Datengrundlage des nationalen Nitratberichts zu verbreitern und auf ein repräsentatives Messnetz umzustellen. Das gegenwärtige Messnetz mit knapp 170 Messstellen lediglich an Problemstandorten vermittle kein aussagekräftiges Bild über die Gewässerqualität in Deutschland.

Im Einzelnen mahnte das DBV-Präsidium, auch künftig am bewährten System der bedarfs- und standortgerechten Düngung festzuhalten und keine starren Obergrenzen für die Düngung einzuführen. Für dringend erforderlich hält der Bauernverband eine Fortführung der Derogationsregelung für Wirtschaftsdünger, die Betrieben mit hohem Nährstoffbedarf auf Grünland die Ausbringung von bis zu 230 kg Stickstoff aus Wirtschaftsdüngern ermöglicht.

Nicht akzeptabel sei eine Verlängerung der erst vor wenigen Jahren geschaffenen Pflicht für eine sechsmonatige Güllelagerkapazität. Als überzogen und fachlich nicht gerechtfertigt kritisiert das Präsidium ein von der EU-Kommission gefordertes vollständiges Verbot der Düngung landwirtschaftlicher Kulturen im Herbst sowie das Untersagen einer Nährstoffgabe zur Strohrotte.

Unerlässlich seien schließlich praxistaugliche Regelungen zur Ausbringung von Düngemitteln sowie ein Bestandsschutz für auf den Betrieben vorhandene Altmaschinen, sollten Vorschriften für die Ausbringungstechnik verschärft werden.

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