DMK macht Werke dicht

07.07.2017

© Sabine Rübensaat

Die Deutsches Milchkontor GmbH (DMK) strafft mit einem neuen Standortkonzept ihre Produktionskapazitäten. Die größte deutsche Genossenschaftsmolkerei reagiert damit auf Kündigungen von Milcherzeugern und eine damit verbundene Reduzierung des Milchaufkommens von bis zu 1,7 Mrd. kg in den kommenden beiden Jahren. Die DMK plant nach eigenen Angaben, die Werke in Rimbeck (NRW) und Bad Bibra (Sachsen-Anhalt) nicht mehr weiterzuführen. Die Schließungen würden frühestens im ersten Quartal 2018 erfolgen, hieß es. In Nordhackstedt (Schleswig-Holstein) soll zudem Mitte 2018 die Produktion von Käseaufschnitt eingestellt werden. Von den Maßnahmen betroffen sein wird bis Mitte 2019 voraussichtlich auch das Werk in Bergen auf Rügen (Mecklenburg-Vorpommern). Zu hohe Produktionskosten dort für die beliebte ostdeutsche Weichkäsesorte „Rügener Badejunge“ der Rotkäppchen Peter Jülich GmbH hätten dem DMK zuletzt ein jährliches Defizit von rund 2 Mio. € eingebracht.


Der finale Beschluss über die Umsetzung der Planungen bedarf noch der Zustimmung durch den Aufsichtsrat. Den 270 Mitarbeitern an den genannten Standorten sicherte das DMK umfassende Unterstützung zu. Der Betrieb in den verbleibenden Standorten der DMK-Gruppe in Deutschland und den Niederlanden sei von den Maßnahmen nicht betroffen.


Hinter der DMK-Gruppe stehen über 8 600 aktive Milcherzeuger und rund 7 200 Mitarbeiter. Verarbeitet werden aktuell 7,3 Mrd. kg Milch an 16 deutschen sowie zwei niederländischen Molkereistandorten. Das DMK stand in der Milchpreiskrise besonders in der Kritik, da es am Tiefpunkt seinen Lieferanten nur um 20 ct/kg Anlieferungsmilch zahlte. 

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